Nach Chodorkowski-Klage: : Gerichtshof in Straßburg verurteilt Moskau

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland wegen des Vorgehens gegen den Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski verurteilt. Das Gericht warf Russland einen "unfairen" Prozess gegen die Angeklagten vor.

Michail Chodorkowski
Michail ChodorkowskiFoto: dpa

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat Russland wegen des Vorgehens gegen den früheren Öl-Magnaten Michail Chodorkowski verurteilt. Das Straßburger Gericht warf Russland am Donnerstag unter anderem einen "unfairen" Prozess gegen Chodorkowski und dessen ebenso inhaftierten Geschäftspartner Platon Lebedew vor. Angeprangert wurde auch die Haft der beiden in sibirischen Gefangenenlagern.

Chodorkowski und Lebedew hatten das Straßburger Gericht wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen angerufen, darunter ein unfairer Prozess. Sie fechten ihre Unterbringung in sibirischen Gefangenenlagern an. Der ehemalige Öl-Oligarch und Kreml-Kritiker Chodorkowski war 2005 wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. In einem als Schauprozess kritisierten Verfahren wegen Betrugs wurde er Ende 2010 noch einmal zu sechs Jahren Lagerhaft verurteilt. Kritiker sehen die Prozesse als politisch motiviert. (AFP)

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