Nach dem Anschlag von Istanbul : Wie gefährlich sind Reisen in die Türkei?

Nach dem Anschlag in der Türkei rät das Auswärtige Amt deutschen Reisenden, in Istanbul Menschenansammlungen vorläufig zu meiden. Zwei Reiseveranstalter bieten kostenlose Stornierungen an.

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Touristen sollen vorerst Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen in der Türkei meiden, rät das Auswärtige Amt.
Touristen sollen vorerst Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen in der Türkei meiden, rät das Auswärtige Amt.Foto: dpa

Kurz nach dem Anschlag in Istanbul meldete das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite: „Reisenden in Istanbul wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen vorläufig zu meiden.“ Sie sollten sich mithilfe von Reisewarnungen und Medienberichten regelmäßig über die aktuelle Lage in der Türkei informieren. Landesweit sei mit politischen Spannungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen: In größeren Städten sollten Touristen den Besuch belebter Plätze und öffentliche Verkehrsmittel auf das nötigste Maß beschränken.

Demonstrationen, Regierungs- und Militäreinrichtungen sollten sie ganz fernbleiben. Bei Reisen über Land wird zu „besonderer Vorsicht“ geraten. Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak rät das Auswärtige Amt seit einiger Zeit dringend ab.

Ein Reiseveranstalter hat Istanbul bereits vor Wochen aus dem Programm gestrichen

In Istanbul ist derzeit Nebensaison. Bei Alltours sagte ein Sprecher, das Unternehmen habe schon vor Wochen Ausflüge nach Istanbul aus dem Programm gestrichen habe, weil es dort zu unsicher sei. Wer geplant hat, nach Istanbul zu fliegen, kann die Reise sehr wahrscheinlich kostenlos ändern oder absagen. Nach derzeitiger Rechtsprechung bestehe ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, sagte der Reiserechtler Ernst Führich der Deutschen Presse-Agentur. Die Veranstalter Tui und L’Tur bieten Istanbul-Reisenden mit einem Anreisedatum bis 18. Januar an, umzubuchen oder zu stornieren.

Auch andere Länder der Region beurteilt das Auswärtige Amt mit Vorsicht. In Tunesien und Jordanien gelten keine offiziellen Reisewarnungen; das Amt rät aber von manchen Regionen ab. In Ägypten gilt eine Teilreisewarnung, weil dort ein erhöhtes Risiko für terroristische Anschläge und die Gefahr von Entführungen bestünde. Dringend warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in den Irak, in Teile des Libanons, nach Jemen, Libyen und in den Gazastreifen. Zu Syrien heißt es: „Alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, werden zur Ausreise aus Syrien aufgefordert.“ Wegen der Terrorgefahr gibt es zudem einen weltweiten Sicherheitshinweis.

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