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Nach dem Bombenanschlag von Boston : Sorgen wegen bevorstehender Sportgroßveranstaltungen

16.04.2013 16:04 Uhrvon und
Am Wochenende startet in London der größte Marathon der Welt. Nach dem Anschlag in Boston wird das Sicherheitskonzept noch einmal überprüft. Foto: dpaBild vergrößern
Am Wochenende startet in London der größte Marathon der Welt. Nach dem Anschlag in Boston wird das Sicherheitskonzept noch einmal überprüft. - Foto: dpa

Nach dem Anschlag in Boston wächst die Angst: Russland rüstet sich für die Winterspiele in Sotschi 2014, vier Jahre später kommt die Fußball-WM ins Land. Das nächste Marathon-Großereignis steht am Sonntag in London bevor. Wie sicher sind diese Sportveranstaltungen?

Der 33. Londoner Marathon wird am kommenden Sonntag wie geplant stattfinden. Prinz Harry wird als Schirmherr des größten Marathon der Welt am Ziel Medaillen verteilen – trotz der Bostoner Anschläge.  „Die beste Art, mit Boston Solidarität zu zeigen ist, weiterzumachen und den Verantwortlichen für diesen Anschlag eine klare Botschaft zu schicken“, sagte Sportminister Hugh Robertson der BBC. Die besten Experten der Welt befassten sich in London fast täglich mit Sicherheitsfragen.

„Wir haben enorme Erfahrung mit Großereignissen“, so Robertson.  Er forderte Athleten und Zuschauer auf, den Marathon auch in diesem Jahr zu einem „fantastischen Tag“ zu machen.

Bürgermeister Boris Johnson, Innenministerin Theresa May und die Chefs der Londoner Polizei und des Sicherheitsdienstes MI 5 nahmen am Dienstag noch einmal die Sicherheitsmaßnahmen für die heutige Beerdigung von Ex-Premierministerin Margaret Thatcher und den Marathon am Sonntag unter die Lupe und prüften, ob die Maßnahmen verschärft werden müssen. "Wir haben bereits sehr robuste Sicherheitsmaßnahmen für den Marathon am Sonntag, aber nach den Ereignissen in Boston ist es angemessen, wenn Polizei und Organisationen diese Sicherheitsmaßnahmen noch einmal prüfen“, sagte Johnson.

Der Londoner Marathon, der größte der Welt, bei dem  im letzten Jahr 37000 Läufer durchs Ziel gingen, gilt seit langem als „substanzielle“ Zielscheibe für Terroranschläge. Man kann auch auf Sicherheitspläne für den reibungslos verlaufenen Marathon der olympischen Spiele im letzten Jahr zurückgreifen. Robertson betonte, man stehe in enger Verbindung mit der Polizei in Boston und den amerikanischen Sicherheitsdiensten und werde Erkenntnisse von dort für die Sicherheitsmaßnahmen nutzen.

Wegen der olympischen Spiele stiegen im letzten Jahr die Festnahmen wegen Terrorismusverdacht um 60 Prozent. Erst am Dienstag wurden vier Männer aus Luton wegen Vorbereitung eines Anschlags auf einen Armeestützpunkt zu Haftstrafen verurteilt. Neben geheimdienstlichen Informationen sind die Sicherung der Strecke durch gründliches Absuchen im Vorfeld sowie die intensive Beobachtung der Menge durch Kameras und Polizisten die wichtigsten Waffen der Polizei. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, wachsam zu sein und verdächtigen Vorkommnisse umgehend der Polizei zu melden.

Auch bei der heutigen Beerdigung Thatchers steht die Sicherung gegen mögliche Terroranschläge ganz oben. Friedliche Proteste werde die Polizei aber nicht verhindern, betonte Polizeikommandeurin Christine Jones. Sie forderte Protestgruppen auf, sich bei der Polizei zu melden, „damit wir Euren Protest möglich machen“. Die Polizei werde aber auf die klare Linie zwischen friedlichen Protest und der Anstiftung zu Gewalt und der Störung der öffentlichen Ordnung achten.

Die Bombenanschläge beim Marathon in Boston treffen Russland empfindlich. Denn das Land richtet im Juli in Kasan die Universiade aus – die Weltsportspiele der Studenten. Einen Monat später ist es Gastgeber der Leichtathletik-Weltmeisterschaft  im Moskauer Luschniki-Park. Außerdem bekam es den Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Vor allem aber: Im kommenden Februar finden in Sotschi die Olympischen Winterspiele statt.  Russland hatte um die Vergabe wie ein Löwe gekämpft, Gegner machten vor allem mangelnde Sicherheit geltend. Sotschi liegt im unruhigen Nordkaukasus, einer Region, die in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit Geiseldramen und anderen Terroranschlägen für Negativschlagzeilen sorgte.

Die kommenden Olympischen Winterspiele sollen 2014 in Sotschi stattfinden. Foto: dpaBild vergrößern
Die kommenden Olympischen Winterspiele sollen 2014 in Sotschi stattfinden. - Foto: dpa

Zwar ist die Tendenz in den letzten Jahren rückläufig. Zwischenfälle dieser Art gänzlich auszuschließen, warnte Sportminister Witali Mutko, sei jedoch „extrem schwierig“. Der Doppelanschlag in Boston sei auch für Russland ein “ernstes Signal“, sagte er der Nachrichtenagentur R-Sport. Natürlich sei man beunruhigt und selbstverständlich würden die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft werden. Direkte Konsequenzen aus den Anschlägen in Boston zu ziehen, sei jedoch nicht erforderlich. Russland sei bestens gerüstet.

In der Tat: Auf Flughäfen werden Passagiere und Gepäck mehrfach durchleuchtet, in Moskau werden dazu sogar die in der EU verbotenen Nackt-Scanner eingesetzt. Als in Sotschi im Februar der Countdown für die Spiele anlief, starteten auch auf den ersten dreißig Fernbahnhöfen Kontrollen von Reisenden und Gepäck. Bei Demos, Meetings und anderen Großveranstaltungen stehen seit Jahren Metall-Detektoren an den Eingängen, sie kommen auch an den Wettkampfstätten in Sotschi zum Einsatz. Zuschauer müssen bei der Einlasskontrolle neben dem eigentlichen Ticket auch einen biometrischem Fan-Pass vorlegen, den die Ausländerbehörde vor Ort nach der Registrierung ausstellt.

 

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