Nach dem Crash an den Börsen : Donald Trump fordert Steuererhöhung für Reiche

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump fordert anlässlich des Börsencrashs eine Abkoppelung von China und Steuererhöhungen für Reiche.

Donald Trump will Präsident der USA werden. Foto: AFP
Donald Trump will Präsident der USA werden.Foto: AFP

Der weltweite Einbruch an den Börsen hat am Montag mehrere republikanische US-Präsidentschaftsbewerber auf den Plan gerufen. "Ich rede seit Jahren über China", sagte der Milliardär Donald Trump dem Sender Fox News. Weil die USA so eng an das kommunistische Land gekoppelt seien, werde China Amerika mit in die Tiefe reißen. "Ich bin derjenige, der sagt, dass wir anfangen müssen, uns von China abzukoppeln, denn China hat Probleme." Trump kritisierte zudem Hedge-Fonds. Als Präsident wolle er die Steuern für Reiche erhöhen und gezielt gegen diejenigen vorgehen, die riskante Finanzgeschäfte tätigten.

Trumps Mitbewerberin, die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina, erklärte dagegen, die US-Notenbank trage eine Mitschuld an der Entwicklung. Die Fed habe durch ihre Politik des billigen Geldes dafür gesorgt, dass nur noch an der Börse Geld verdient werden könne. "Ehrlich gesagt halte ich das jetzt für gerechtfertigt", sagte sie zum Börsensturz. Angesichts der Fundamentaldaten seien die Kurse an der Wall Street viel zu hoch.

Als dritter Republikaner sagte der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, dem Sender, die Regierung von Präsident Barack Obama habe zu viele Schulden angehäuft. Weil China ein wichtiger Käufer amerikanischer Staatsanleihen sei, werde die Entwicklung auf dem chinesischen Markt größere Auswirkungen auf die USA haben. "Hört damit auf, so viele Schulden zu machen", forderte Christie.

Schockwellen an den Börsen der Welt

Die Furcht vor einem heftigen Konjunktureinbruch in China hat zu Wochenbeginn massive Schockwellen durch die Finanzmärkte gejagt. Anleger warfen weltweit Aktien aus ihren Depots. Auch an den Rohstoffmärkten brachen die Preise für Öl und Kupfer ein. Der Dax rutschte bei sehr hohen Umsätzen in der Spitze um 7,8 Prozent auf 9338 Punkte ab. Der deutsche Leitindex gab damit alle Gewinne ab, die er in diesem Jahr aufgehäuft hatte. Noch im April hatte der Dax in der Folge der milliardenschweren Geldspritzen der Europäischen Zentralbank ein Rekordhoch von 12390 Zählern aufgestellt. Gegenüber diesem Hoch verlor der Dax mehr als 25 Prozent. Am Ende schloss er mit 9648 Punkten, das ist ein Minus von 4,7 Prozent.

Schockierte Trader am Montag an der Wall Street. Foto: imago/UPI Photo
Schockierte Trader am Montag an der Wall Street.Foto: imago/UPI Photo

Auch an der Wall Street brachen die Kurse zunächst dramatisch ein. Der Dow Jones und der marktbreite S&P500 der 500 größten US-Unternehmen verloren allein in den ersten Handelsminuten rund sechs Prozent, der Dow verlor mehr als 1000 Punkte, soviel wie noch nie in so kurzer Zeit. An der Technologiebörse Nasdaq ging es mehr als acht Prozent abwärts. „Wir sind mitten in einer Panikattacke und China ist das Epizentrum“, erklärten Analysten von JP Morgan Cazenove. Später erholten sich die Kurse, gaben dann aber wieder nach. Der Dow Jones schloss am Ende mit minus 3,58 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1893 Zählern 3,9 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 3,8 Prozent und schloss bei 4526 Punkten. (Reuters)

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