• Nach dem Freispruch: Pussy-Riot-Sängerin zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Nach dem Freispruch : Pussy-Riot-Sängerin zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Sie ist freigesprochen worden, zieht nun aber selbst vor Gericht: Eine Musikerin der Band Pussy Riot legt Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Die Haftbedingungen in Russland hätten gegen ihre Rechte verstoßen.

Jekaterina Samuzewitsch, Musikerin der Band Pussy Riot.
Jekaterina Samuzewitsch, Musikerin der Band Pussy Riot.Foto: dapd

Der Fall der russischen Punkband Pussy Riot beschäftigt nun auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die einzige Musikerin der Band, die sich auf freiem Fuß befindet, hat nach Angaben ihrer Anwältin bei dem Gericht in Straßburg Beschwerde gegen die Bedingungen ihrer sechsmonatigen Untersuchungshaft erhoben. “Ihre Rechte wurden verletzt, als sie kein Essen erhielt und nicht schlafen durfte“, sagte die Anwältin Irina Chrunova am Freitag über ihre Mandatin, die 30jährige Jekaterina Samuzevitsch.

Die Musikerin hatte sich bereits in einem Interview über die Haftbedingungen beklagt. Sie und die beiden anderen Band-Mitglieder hätten auch dann morgens um fünf Uhr aufstehen müssen, wenn sie erst um ein Uhr nachts ins Gefängnis zurückgekehrt seien.

Weltweite Demonstrationen für "Pussy Riot"
Der Prozess um die Punkband "Pussy Riot" macht die drei jungen Frauen Yekaterina Samutsevich, Maria Alyokhina und Nadezhda Tolokonnikova zu Ikonen eines weltweiten Kampfes um Meinungsfreiheit und künstlerische Freiheit. Menschen auf der ganzen Welt beteiligen sich daran.Weitere Bilder anzeigen
1 von 15Foto: dapd
17.08.2012 12:27Der Prozess um die Punkband "Pussy Riot" macht die drei jungen Frauen Yekaterina Samutsevich, Maria Alyokhina und Nadezhda...


“Es war ständiger Stress, wir wurden ständig bewacht, in Handschellen“, sagte Samuzewitsch. Sie war nach sechs Monaten Untersuchungshaft und einer Berufungsverhandlung freigelassen worden, während die anderen beiden Bandmitglieder Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa eine Haftstrafe von zwei Jahren absitzen müssen.

Die 24 und 22 Jahre alten Frauen waren wegen “Rowdytums aus religiös motiviertem Hass“ verurteilt worden. Die Gruppe hatte im Februar in einer Kathedrale mit den für ihre Auftritte charakteristischen bunten Sturmmasken über den Gesichtern in einem “Punk-Gebet“ ihre Wut über den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Wladimir Putin sowie dessen enge Verbindung zur russisch-orthodoxen Kirche zum Ausdruck gebracht. (Reuters)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

73 Kommentare

Neuester Kommentar