NACH DEM TV-DUELL : „Bewerbungsgespräch als Vize“

Nach dem TV-Duell mit Herausforderin Hannelore Kraft (SPD) hat Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) seine Warnung vor einer rot-rot-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen bekräftigt. Kraft habe in der Fernsehdebatte wieder keine klare Position zur Linkspartei bezogen. „Sie hält die Tür offen“, sagte Rüttgers nach einer Sitzung der CDU-Landtagsfraktion am Dienstag in Düsseldorf. Wer am 9. Mai die SPD wähle, gehe das hohe Risiko ein, dass die Linke in die Regierung komme. Kraft hatte im Fernsehduell mit Rüttgers die Linke erneut als „nicht regierungs-

und koalitionsfähig“ bezeichnet.

Am Dienstag verteidigte sie ihren Kurs. „Die Bürger können sehr gut damit umgehen, dass wir seit Monaten immer die gleiche Position dazu haben“, sagte sie. Ihre Aussagen seien „klar und eindeutig“.

Rüttgers hatte für eine Fortsetzung seiner Koalition mit der FDP geworben, Kraft setzt auf ein Bündnis mit den Grünen. Beide Formationen haben zwei Wochen vor der Wahl in Meinungsumfragen allerdings keine Mehrheit.

Rüttgers und Kraft hatten am Montagabend eine Stunde lang vor allem über die Schulpolitik gestritten.

Nach WDR-Angaben sahen 720 000 Zuschauer das Streitgespräch. Mit einem Marktanteil von 9,9 Prozent habe die Quote deutlich über dem

Durchschnitt an Montagabenden gelegen. Rüttgers und Kraft treffen am heutigen Mittwoch (20.15 Uhr) erneut im Fernsehen aufeinander.

Diesmal sind auch die Spitzenkandidaten der Grünen, der FDP und der Linkspartei dabei.

Rüttgers und Kraft waren mit ihrem Auftritt zufrieden. Kritik kam dagegen von FDP, Grünen und Linkspartei. „Für CDU

und SPD stand wieder einmal nur das Verteilen im Vordergrund“, sagte FDP-Fraktionschef Gerhard Papke. Grünen- Spitzenkandidatin Sylvia

Löhrmann bemängelte:

„Keiner hat von Umwelt geredet.“ Der designierte Bundesvorsitzende der Linken,

Klaus Ernst, sagte, die TV-Debatte sei kein Duell gewesen, „sondern ein Bewerbungsgespräch von Hannelore Kraft

als Vizeministerpräsident bei Rüttgers“. dpaLANDTAG NRW]

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