Exklusiv

Nach dem Volksentscheid : Bahn will auf Stuttgart-21-Gegner zugehen

Die Deutsche Bahn will sich nach dem Volksentscheid am Sonntag um einen Konsens mit den S21-Gegner bemühen. Gleichzeitig warnt der Konzern vor hohen Schadenersatzforderungen bei einem Ausstieg aus dem Projekt.

Lange Zeit ging es gegen Stuttgart 21 auf die Straße. Diese Herren im Hasenkostüm nehmen an einer Sitzblockade gegen den Bahnhofsbau teil.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
21.06.2011 07:39Lange Zeit ging es gegen Stuttgart 21 auf die Straße. Diese Herren im Hasenkostüm nehmen an einer Sitzblockade gegen den...

Die Deutsche Bahn will sich nach der Volksabstimmung über das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 um einen Konsens mit den Gegnern des Projekts bemühen. „Wir haben in den vergangenen eineinhalb Jahren versucht, mit Augenmaß vorzugehen und nicht zu provozieren. Das werden wir auch weiterhin tun“, sagte Volker Kefer, Infrastruktur-Vorstand des Staatskonzerns, dem Tagesspiegel (Sonnabendausgabe). Zugleich zeigte er sich entschlossen, den Bahnhof zu bauen. „Wir haben einen Auftrag, das Projekt zu realisieren. Den werden wir erfüllen“, kündigte er an. Dazu will er die grün-rote Regierung Baden-Württembergs nach dem Volksentscheid ins Boot holen. „Wenn wir gewinnen erwarte ich, dass uns die Landesregierung vorbehaltlos unterstützt.“

 Zum Kern des Streits, den Kosten für Stuttgart 21, sagte Kefer: „Niemand kann die Kosten eines Projektes von dieser Größe bei einer Bauzeit von zehn Jahren auf den Euro genau beziffern.“

Der unsterbliche Geist von S21
Freitag 29. Juli 2011: Wieder kommen Gegner und Befürworter des seit langem umkämpften Bahnhofprojekts Stuttgart 21 nicht überein, wieder versammeln sich die Wutbürger und Gegner von S21. Diesmal nicht vor dem Bahnhof, sondern vor dem Stuttgarter Rathaus.Weitere Bilder anzeigen
1 von 13Foto: dpa
29.07.2011 13:17Freitag 29. Juli 2011: Wieder kommen Gegner und Befürworter des seit langem umkämpften Bahnhofprojekts Stuttgart 21 nicht überein,...

Die Bahn habe nach bestem Wissen kalkuliert und tue alles, um den Risiken zu begegnen und den Finanzrahmen einzuhalten. „Wir kämpfen dafür, dass Stuttgart 21 innerhalb des Finanzierungsrahmens bleibt.“

 Kefer warnte das Land erneut vor einem Ausstieg aus dem Projekt. Dann werde die Bahn Schadenersatz von 1,5 Milliarden Euro fordern. „Für dieses Geld bekommt das Land nichts. Alternativ zahlt es die vereinbarten 930 Millionen für einen neuen Bahnknoten und hochmodernen Bahnhof.“ Allein die ICE-Strecke von Wendlingen nach Ulm zu bauen gehe nicht, beide Vorhaben funktionierten nur im Verbund. „Planung und Finanzierung der Strecke müssten von vorne beginnen, von der Sanierung des Bahnhofs ganz zu schweigen. Es gingen viele Jahre verloren.“  (Tsp)

 

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

12 Kommentare

Neuester Kommentar