Politik : Nach den Klinikärzten streiken nun Pfleger und Assistenten

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Stuttgart Mehrere tausend Beschäftigte der vier Universitätskliniken in Baden-Württemberg sind am Mittwoch nach Gewerkschaftsangaben in einen Streik getreten. Es ist der bundesweit erste zeitlich unbefristete Ausstand von Klinikmitarbeitern. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zuvor die Tarifverhandlungen für die 25000 nichtärztlichen Beschäftigten im Land für gescheitert erklärt. Die Arbeitgeber hatten auf ihrem ersten Angebot von Einmalzahlungen von je 300 Euro in den Jahren 2005 bis 2007 beharrt und wollen wieder zur 40- Stunden-Woche zurück. Verdi hingegen möchte die 38,5-Stunden-Woche erhalten und fordert 50 Euro mehr im Monat.

Am Morgen zogen Krankenschwestern, Techniker und Laborassistenten in einem Protestzug durch Heidelberg. Sie forderten ein besseres Arbeitgeberangebot. Laut Gewerkschaft beteiligen sich an jedem der vier Standorte mehr als 1000 Beschäftigte an den Streiks. In Tübingen tritt das gesamte Versorgungs-, Verwaltungs- und Technikpersonal bis Freitag in den Ausstand. In den anderen Häusern sind am Donnerstag und Freitag Streiks geplant. Die Gewerkschaft hat sich auf einen mehrere Wochen dauernden Arbeitskampf eingestellt. Für akute Krankheitsfälle wurden Notfalldienste eingerichtet.

Die Ärzte an den Universitätskliniken waren bereits im August und September für höhere Gehälter, mehr bezahlte Überstunden und längere Vertragslaufzeiten auf die Straße gegangen. Weil sie sich von Verdi schlecht vertreten fühlten, hatten sie die Tarifgemeinschaft gekündigt und sich auf eigenständige Tarifverhandlungen mit den Ländern verständigt. Sie sollen am 12. Oktober beginnen. dpa/raw

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