Politik : Nach der Flut bekommt die Regierung gute Noten

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Berlin Die von einem Seebeben im Indischen Ozean ausgelöste Flutwelle hat die Deutschen erschüttert wie selten zuvor: Vier von fünf Befragten des Deutschlandtrends im Auftrag von ARD/Bericht aus Berlin und Tagesspiegel hat die Katastrophe in Südasien in den letzten Tagen am meisten beschäftigt. Lediglich der Irakkrieg 2003 hat die Aufmerksamkeit der Bürger bisher stärker erregt. Für ihr Krisenmanagement bekommen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer viel Lob (85 Prozent). Eine große Mehrheit der Deutschen (83 Prozent) ist der Meinung, dass man nach einer Karenzzeit wieder Urlaub in den betroffenen Ländern machen sollte, um dort den Tourismus nicht zum Erliegen zu bringen. Lediglich acht Prozent halten es für angebracht, aus Vorsicht bis auf weiteres nicht nach Thailand oder Sri Lanka zu reisen.

Wohl nicht zuletzt wegen ihres positiv wahrgenommenen Krisenmanagements erfährt die Bundesregierung die beste Bewertung (27 Prozent zufrieden) seit mehr als zwei Jahren, wenngleich weiterhin eine deutliche Mehrheit (71 Prozent) unzufrieden mit der Arbeit von Rot-Grün ist. Einer unionsgeführten Bundesregierung traut nur ein Viertel der Wahlberechtigten (26 Prozent) eine erfolgreichere Arbeit zu. Die Erwartungen an einen Regierungswechsel sind damit so niedrig wie noch nie zuvor seit der letzten Bundestagswahl.

Neben der Flutkatastrophe ist Anfang des Jahres die Arbeitsmarktreform Hartz IV wieder stärker in den Vordergrund gerückt: Dass Hartz IV die Situation auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern kann, glaubt nur eine Minderheit (21 Prozent). 76 Prozent rechnen hingegen damit, dass Hartz IV keine durchschlagenden Erfolge auf dem Arbeitsmarkt erzielen wird. Selbst unter den SPD-Anhängern behalten mit 56 Prozent die skeptischen Erwartungen deutlich die Oberhand. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger nennen den Start von Hartz IV nicht geglückt. Die Hoffnung auf eine baldige Belebung der Konjunktur ist ebenfalls eher gering (30 Prozent). Der Ausgang der Bundestagswahl 2006 ist aus Sicht der Bürger offen: 41 Prozent rechnen mit einem Machtwechsel, 38 Prozent glauben an eine Fortsetzung der amtierenden Koalition. Noch vor wenigen Monaten hätte dies angesichts der Proteste gegen die Hartz IV-Reform wohl kaum jemand für realistisch gehalten. Tsp

Für den Deutschlandtrend wurden am 4. und 5. Januar 1000, für die Sonntagsfrage 1500 Wahlberechtigte befragt.

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