Nach der Wahl in Bremen : SPD sucht noch immer Nachfolger für Jens Böhrnsen

Parteichef Dieter Reinken führt derzeit Gespräche mit potenziellen Nachfolgern für Bürgermeister Jens Böhrnsen. Er selbst werde wegen seines Alters nicht kandidieren. Doch wer von den jüngeren Politikern kommt in Betracht?

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Zahlreiche Mitarbeiter waren auch zwei Tage nach der Wahl noch mit dem Auszählen der Stimmzettel beschäftigt. Foto: Ingo Wagner/dpa
Zahlreiche Mitarbeiter waren auch zwei Tage nach der Wahl noch mit dem Auszählen der Stimmzettel beschäftigt.Foto: Ingo Wagner/dpa

Nach dem angekündigten Amtsverzicht von Bürgermeister Jens Böhrnsen hat bei der Bremer SPD die Suche nach einem Nachfolger begonnen. Parteichef Dieter Reinken führt derzeit „Sondierungsgespräche“ mit denkbaren Kandidatinnen oder Kandidaten. Am kommenden Montag will er dem Landesvorstand einen oder mehrere Bewerber vorschlagen. Nach Reinkens Worten soll erst danach auch die Frage behandelt werden, ob die SPD die seit 2007 bestehende Koalition mit den Grünen fortsetzt oder sich wieder der CDU zuwenden sollte, wie bereits von 1995 bis 2007.

Falls mehrere Personen für die Böhrnsen-Nachfolge kandidieren, wird die Partei voraussichtlich eine Mitgliederbefragung abhalten. Deren Ergebnis müsste anschließend von einem Landesparteitag formell bestätigt werden. Endgültig gewählt würde die neue Regierungsspitze dann durch das Bremer Landesparlament. Wegen der unerwartet starken SPD-Verluste bei der Bürgerschaftswahl am Sonntag hatte Böhrnsen am Montag erklärt, nicht mehr für eine weitere Amtszeit bereitzustehen.

In einem Gespräch mit Radio Bremen sagte SPD-Chef Reinken, gesucht werde jetzt eine Persönlichkeit, die die Partei nicht nur erfolgreich in die Wahl 2019 führe, sondern „auch darüber hinaus eine personelle Perspektive bietet“. Auf die Frage, ob er selber kandidiere, sagte der 62-Jährige, es ergebe wenig Sinn, „einen Menschen im besten Mannesalter durch einen weiteren Menschen im besten Mannesalter zu ersetzen“.

Demnach wäre auch Innensenator Ulrich Mäurer (63) kein denkbarer Kandidat. Im Gespräch sind dagegen jüngere Politiker wie der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling, Bürgerschaftsfraktionschef Björn Tschöpe, die Bürgerschaftsabgeordnete Antje Grotheer, die Bremer Bevollmächtigte beim Bund, Ulrike Hiller, oder ihr Ehemann, der ehemalige SPD-Landesvorsitzende Andreas Bovenschulte. Nach Ansicht Reinkens muss eine künftige Landesregierung unter anderem dafür sorgen, dass mehr Lehrkräfte eingestellt werden. Bei der jüngsten Wahl habe die SPD auch wegen der Bildungsfrage „eine deutliche Klatsche gekriegt“.

Offizielles Endergebnis der Wahl steht fest

Drei Tage nach der Bremer Bürgerschaftswahl steht das vorläufige Endergebnis fest. Nach Angaben des Landeswahlleiters von Mittwochabend kamen die Sozialdemokraten auf 32,8 Prozent (2011: 38,6 Prozent), die CDU auf 22,4 Prozent (20,4), die
Grünen auf 15,1 (22,5), die Linke auf 9,5 (5,6), die nach vier Jahren Pause wieder ins Parlament zurückgekehrte FDP auf 6,6 und die erstmals angetretene AfD auf 5,5
Prozent.

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