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Nach der Wahl in Niedersachsen : Hätte, wäre, könnte

22.01.2013 16:12 Uhrvon und
Mit Abstand. McAllister verlor, und Angela Merkels CDU mit ihm.Bild vergrößern
Mit Abstand. McAllister verlor, und Angela Merkels CDU mit ihm. - Foto: Davids

Haarscharf gewonnen, knapp verloren – und irgendwie hatten sich alle alles anders vorgestellt. Es regiert der Konjunktiv.

Manchmal reicht ein kurzer Satz, um eine lange Geschichte zu erzählen. Der Satz rutscht Sigmar Gabriel heraus, als die Lautsprecher abgestellt waren im Willy-Brandt-Haus. Der Sieg ist verkündet, die Blumen überreicht an den künftigen niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, da wendet sich Gabriel halblaut zu seinem neuen Mann in Hannover: „Vielen Dank für die heilenden Worte zu Peer!“

Heilende Worte? Es ist keine Sensation, die Weil kurz zuvor verkündet: „Die Bundeskanzlerin hat die Landtagswahlen mit verloren nach meiner Auffassung“, sagt der siegreiche SPD-Spitzenkandidat und wendet sich dann zur Seite, dorthin, wo der Kanzlerkandidat Peer Steinbrück inmitten der Parteiprominenz bescheiden neben der Bühne steht.

„Ich freue mich, Peer, dass wir die Landtagswahlen gemeinsam gewonnen haben.“

Auf einmal wird klar, wie schwer verwundet sich Peer Steinbrück in den letzten Tagen vor der Landtagswahl in Niedersachsen gefühlt hat, wie sehr er fürchtete, seiner eigenen Partei zur erdrückenden Last zu werden. Aber „gemeinsam gewonnen“ – das holt ihn zurück in die Mitte der Partei. Vergeben, vergessen.

Gabriels Satz verrät aber auch, und mehr noch als sein entspanntes Gesicht, wie viel Angst die SPD-Führung hatte. Noch wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale in Niedersachsen hätte kaum jemand in der Parteispitze darauf gewettet, dass es klappt. Zu klar deuteten die Umfragen auf ein Desaster; zu sehr schien das Bild vom gescheiterten Kanzlerkandidaten alles andere zu überlagern. Steinbrücks Miene wurde immer mürrischer in diesen Tagen. Wie Wackersteine beschwerte den Kanzlerkandidaten die Vorstellung, er könne durch die Kanzlergehalt-Debatte einen rot-grünen Wahlsieg verhageln. So viel einfacher wäre es gewesen, hat er wichtigen Genossen zerknirscht anvertraut, wenn er bloß ein paar Sätze nicht gesagt hätte oder wenigstens ein bisschen anders.

Aber der Schaden hat sich in Grenzen gehalten, haarscharf. Der Wahlsieg von Hannover räumt einen Weg frei zum Comeback. Hatte Steinbrück nicht vorausgesagt, die „politische Mechanik der Republik“ werde sich ändern, wenn Rot-Grün die Regierung David McAllister stürze? In den Augen der Sozialdemokraten hat sich die Prognose erfüllt. Der Nimbus der unbesiegbaren Kanzlerin ist gebrochen, im Bundesrat haben sie an Einfluss gewonnen und obendrein das Gefühl, dass sie mit ihren inhaltlichen Angeboten rund um das Thema soziale Gerechtigkeit Erfolg haben können.

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