Nach der Wahl : Schwere Krise in Venezuela

Nach zahlreichen Protesten und Ausschreitungen in Venezuela werden nun doch alle Stimmen der Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag neu ausgezählt. Das kündigte die Präsidentin des Wahlrats am Donnerstag in Caracas an.

Venezuelas sozialistische Regierung hat der Opposition einen Putschversuch vorgeworfen und ihren bei der Präsidentenwahl unterlegenen Kandidaten Henrique Capriles Radonski für die Gewalteskalation verantwortlich gemacht. Bei den Protesten gegen das Wahlergebnis waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft sieben Menschen ums Leben gekommen und über 60 verletzt worden. Der zum Wahlsieger erklärte Sozialist Nicolás Maduro sprach am Dienstag von „faschistischen Horden“, die einen Staatsstreich planten.

Nachdem die Regierung einen für Mittwoch geplanten Protestzug durch die Hauptstadt Caracas verboten hatte, sagte die Opposition die Veranstaltung ab. „Die Regierung will, dass es Tote gibt“, begründete Capriles am Dienstagabend (Ortszeit) die Absage. Es sei zu befürchten, dass die Regierung Provokateure in die Demonstration einschleusen wollte. Der Streit zwischen Regierung und Opposition war eskaliert, nachdem Maduro mit einem knappem Vorsprung von nur 262 000 Stimmen zum Sieger der Wahl vom Sonntag erklärt worden war. Capriles sprach von Wahlbetrug und forderte eine Neuauszählung der Stimmen. Dies wird von der Regierung abgelehnt. Die Opposition bat nach Angaben des regierungskritischen Senders Globovision die katholische Kirche um Vermittlung im Streit um das Wahlergebnis.dpa/KNA

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben