Nach der Wiederwahl : Argentiniens Präsidentin Kirchner an Krebs erkrankt

Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner ist an Schilddrüsenkrebs ohne Metastasen erkrankt und wird operiert. Erst vor knapp drei Wochen leistete sie ihren Eid für eine zweite Amtszeit.

Cristina Kirchner, hier bei der Vereidigung ihrer Minister nach der Wahl in Argentinien.
Cristina Kirchner, hier bei der Vereidigung ihrer Minister nach der Wahl in Argentinien.Foto: dpa

Wie Präsidialamtssprecher Alfredo Scoccimarro am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, wurde bei einer Routineuntersuchung am 22. Dezember auf dem rechten Lappen der Schilddrüse ein Karzinom entdeckt. Die Lymphdrüsen seien nicht betroffen.

Ein chirurgischer Eingriff ist dem Sprecher zufolge für den 4. Januar vorgesehen. Kirchner müsse 72 Stunden im Krankenhaus bleiben und anschließend eine 20-tägige Genesungsphase einhalten. Vizepräsident Amado Boudou werde sie deshalb bis zum 24. Januar vertreten.

Die 58-jährige Kirchner war vor knapp drei Wochen für eine zweite vierjährige Amtszeit vereidigt worden. Bei der Präsidentschaftswahl im Oktober hatte sie gleich im ersten Durchgang mehr als 54 Prozent der Stimmen erzielt und wurde damit direkt gewählt.

Im Oktober 2010 starb Kirchners Ehemann, Nestor Kirchner, an einem Herzinfarkt. Er war von 2003 bis 2007 ebenfalls Staatspräsident Argentiniens.

In der jüngsten Vergangenheit waren mehrere südamerikanische Staatsoberhäupter an Krebs erkrankt. Nach Paraguays Präsident Fernando Lugo und dessen
venezolanischem Amtskollegen Hugo Chávez hatte Ende November der frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein Krebsleiden öffentlich
gemacht. Seine Amtsnachfolgerin Dilma Rousseff hatte schon zu einem früheren Zeitpunkt eine Krebserkrankung überwunden.

(AFP, epd)

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