Nach Eklat : Spanien und Venezuela versöhnt

Nach ihrem Streit auf dem Iberoamerika-Gipfel vor acht Monaten sind der spanische König Juan Carlos und Venezuelas Präsident Hugo Chávez wieder auf Versöhnungskurs. Bei einem Treffen auf Mallorca wurden die Beziehungen beider Länder normalisiert.

Madrid/PalmaAcht Monate nach dem Eklat zwischen König Juan Carlos und Staatschef Hugo Chávez haben Spanien und Venezuela die Normalisierung ihrer Beziehungen besiegelt. "Wir haben ein neues Kapitel aufgeschlagen und unsere Freundschaft erneuert", sagte der venezolanische Präsident am Freitag nach einem Treffen mit Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero in Madrid. Dieser sprach von einer positiven Wiederbegegnung. "Es gibt viel, was uns eint und noch einen wird", sagte Zapatero. Nun wollen beide Länder enger im Energiebereich kooperieren.

Zuvor war Chávez vom spanischen König in dessen Sommerresidenz auf Mallorca empfangen worden. "Ich freue mich, dass du gekommen bist", sagte der König, während sich beide die Hände schüttelten. "Warum gehen wir nicht an den Strand?" antwortete Chávez.

"Warum hältst du nicht den Mund?"

Damit schlugen Juan Carlos und Chávez nach ihrem Eklat auf dem Iberoamerika-Gipfel im November 2007 einen betont versöhnlichen Ton an. Zu dem Streit war es gekommen, nachdem Chávez bei der internationalen Konferenz eine Rede Zapateros mehrmals unterbrochen hatte. Zudem bezeichnete er den früheren Regierungschef Spaniens José María Aznar als "Faschisten". Daraufhin hatte König Juan Carlos den venezolanischen Staatschef gemaßregelt: "Warum hältst du nicht den Mund?"

Der Schlagabtausch hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern geführt, die jedoch bereits im Mai auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima beigelegt worden war. Damals kamen Zapatero und Chávez zu einem Gespräch zusammen.

Vor seinem Treffen mit dem Monarchen auf Mallorca hatte Chávez gewarnt: "Ich möchte den König gerne in den Arm nehmen. Aber du weißt, Juan Carlos, meinen Mund halten werde ich nicht." (lwi/dpa)

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