Nach Fernsehbericht : Banken kündigen NPD-Konten

Ein ARD-Magazin hatte Anfang Oktober über "braune Konten" bei deutschen Geldinstituten berichtet. Jetzt hat offenbar die Postbank und die meisten genossenschaftlichen Banken sämtliche Konten der NPD gekündigt.

Erste Kündigungen hätten die Raiffeisenbank Lauenburg sowie die Volksbanken in Pirna, Itzehoe und im Untertaunus ausgesprochen, berichtete das ARD-Magazin "Report Mainz" heute auf seiner Homepage. Der Beitrag über die "braunen Konten" war am 8. Oktober ausgestrahlt worden.

Auch weitere Genossenschaftsbanken ziehen offenbar eine Kündigung in Betracht, beispielsweise die Raiffeisen Volksbank Neuötting. Die Nordthüringer Volksbank, Erfurter Bank, Saar 1 eG und Volksbank Überlingen ließen sich derzeit rechtlich beraten. Auch die VR-Bank Coburg-Rennsteig, die Raiffeisen-Volksbank Saale-Orla eG und die VR-Bank Altenburger Land prüften mögliche Kündigungen.

Nicht bekannt sei bislang, ob auch die Volksbank Riesa ihre Geschäftsbeziehungen mit der NPD abbreche. Der Vorstand der Volksbank Riesa, Harro Meurer, gab unter Verweis auf das Bankgeheimnis an, sich über Geschäftsbeziehungen zur NPD nicht öffentlich zu äußern. "Report Mainz" hatte im Jahr 2000 aufgedeckt, dass die Volksbank Riesa dem NPD-Organ und rechtsextremen Versandhandel "Deutsche Stimme" einen Kredit gegeben hatte.

Die Sprecherin des Bundesverbands der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Kirsten Bradtmöller, hatte ihren Banken im Magazinbeitrag empfohlen, Konten mit rechtsradikalen Organisationen nicht einzugehen und bestehende Konten zu lösen. "Jedes Konto mit einem rechtsradikalen Hintergrund ist ein Konto zuviel", sagte Bradtmöller. (mit AFP)

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