Nach Islamkonferenz : Türkische Gemeinde sieht Islamunterricht kritisch

Die Islamkonferenz hat es gestern beschlossen: In den Schulen soll der Islamunterricht eingeführt werden. Wider Erwarten stößt dieser Beschluss bei der Türkischen Gemeinde aber nicht auf Gegenliebe.

BerlinDer Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Kenan Kolat, hat sich kritisch zur geplanten Einführung von islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen geäußert. Islamkunde als Unterrichtsfach werde der Vielfalt der Muslime in Deutschland eher gerecht, sagte Kolat am Freitag im Westdeutschen Rundfunk (WDR5). "Dann hätten wir nicht diese ganze große Diskussion."

Am Donnerstag hatte sich die Islamkonferenz in Berlin trotz teils erheblicher Kontroversen auf die Einführung von Islamunterricht in den kommenden Jahren geeinigt. Kolat sagte, es sei noch ein langer Weg, bis die muslimischen Verbände als Religionsgemeinschaft Anerkennung fänden, um diesen zu erteilen.

Kolat begrüßte, dass die "deutsche Leitkulturdebatte" beendet sei und nun die Werteordnung des Grundgesetzes als Maßstab für die Integration im Vordergrund stehe. Dazu sollten die muslimischen Organisationen jetzt Stellung beziehen. Es reiche nicht aus, zu sagen,  man sei für die Gleichberechtigung von Mann und Frau. "Das muss auch umgesetzt werden", forderte Kolat. So dürften auf Veranstaltungen etwa Frauen und Männer nicht getrennt sitzen. (sba/dpa)

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