Nach Kritik : Sarkozy-Sohn verzichtet auf Managerposten

Jean Sarkozy, Sohn des französischen Präsidenten erklärt nun, er werde sich nicht um die Präsidentschaft der Entwicklungsgesellschaft des Pariser Geschäftsviertels La Défense bewerben - nach mehr als zwei Wochen Wirbel.

306307_0_ddc3d397.jpg
"Prinz Jean" wollte den Verdacht der Vetternwirtschaft vermeiden. -Foto: dpa

ParisNach dem Vorwurf der Vetternwirtschaft hat der Sohn des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy seinen Verzicht auf einen angestrebten Managementposten erklärt. Er werde sich nicht um die Präsidentschaft der Entwicklungsgesellschaft des Pariser Geschäftsviertels La Défense bewerben, sagte Jean Sarkozy am Donnerstagabend im französischen Fernsehen. Zur Wahl des Verwaltungsrates am Freitag werde er aber antreten.

Der Präsidentensohn kritisierte eine „Kampagne der Manipulation und der Desinformation“ im Zusammenhang mit seiner Kandidatur um die Präsidentschaft der Entwicklungsgesellschaft Epad. Er wolle jeden Verdacht der Vetternwirtschaft vermeiden, sagte der von den Medien „Prinz Jean“ getaufte mittlere Sohn des Präsidenten. Es sei eine „Entscheidung der Vernunft“.

Nach der Wahl des Verwaltungsrates soll am 4. Dezember der Epad-Präsident gewählt werden. Die Epad hat dieses Jahr einen Haushalt von 115 Millionen Euro. Rund 2500 Firmen haben in La Défense ihren Sitz, darunter einige der größten börsennotierten Unternehmen Frankreichs wie der Erdölkonzern Total und die Großbank Société Générale.

Die Personalie sorgte in Frankreich seit mehr als zwei Wochen für Wirbel. Kritiker sprachen dem 23 Jahre alten Jurastudenten die Eignung für den einflussreichen Posten ab und warfen ihm vor, nur aufgrund der Stellung seines Vaters Chancen auf den Posten zu haben. Der Präsident wies den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück.

Die oppositionelle Sozialistische Partei (PS) erklärte, Jean Sarkozys Verzicht zeige, dass „der Präsident dem Druck der Empörung einer gewaltigen Mehrheit der Franzosen“ gewichen sei. In einer Umfrage in der vergangenen Woche hatten sich zwei Drittel der Franzosen gegen die Karrierepläne des Präsidentensohnes ausgesprochen. (AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben