Nach Luftangriffen : Ägypten öffnet Grenze nach Gaza

Um verletzten und kranken Plästinensern die Möglichkeit zu Behandlung zu geben, hat Ägypten die Grenze zum Gazastreifen geöffnet. Freuen dürften sich auch hunderte Ägypter, die nach Verwandten-Besuchen im Palästinensergebiet festsaßen.

rafah palästinenser
Warten auf die Grenzöffnung: Ein verletzter Mann am Grenzübergang Rafah. -Foto: AFP

Gaza/Tel AvivÄgypten hat am Samstag für mehr als 500 kranke und verletzte Palästinenser seine Grenze zum südlichen Gazastreifen geöffnet. "Die Patienten haben begonnen, den Posten in Rafah zu passieren, um sich im Ausland verarzten zu lassen, nachdem die Ägypter die Grenze geöffnet haben", sagte der Chef des palästinensischen Notdienstes, Muawija Hassanin. Nach seinen Angaben erhielten 550 Menschen, unter ihnen 200, die während israelischer Angriffe im Gazastreifen verletzt wurden, die Erlaubnis zum Passieren der Grenze.

In der Nacht zum Samstag war die israelische Luftwaffe zwei Angriffe auf Polizeistationen der radikalislamischen Hamas in Rafah und Chan Junis im Süden des Gazastreifens geflogen. Dabei wurden fünf Palästinenser getötet und fünf weitere verletzt. Die Luftschläge waren nach Armeeangaben die Antwort auf einen palästinensischen Angriff auf den israelischen Kibbuz Kfar Aza, bei dem am Freitag ein Israeli getötet und drei weitere verletzt worden waren. Die vorübergehende Öffnung der Grenze wurde bei Verhandlungen zwischen der Hamas, die seit fast einem Jahr die Kontrolle über den Gazastreifen hat, und der ägyptischen Führung beschlossen.

Neue Raketenangriffe auf Israel



"Der Grenzübergang wird drei Tage geöffnet bleiben", sagte ein Sprecher der radikalislamischen Hamas-Organisation. Mehrere hundert Ägypter, überwiegend Frauen und Kinder, sitzen seit Monaten im Gazastreifen fest. Sie waren in das palästinensische Gebiet gekommen, um Verwandte zu besuchen, nachdem Hamas-Mitglieder im Januar die Grenzanlage eingerissen hatten. Gleichzeitig waren hunderte Palästinenser aus dem Gazastreifen nach Ägypten gelangt, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Ende Januar war die Grenze wieder geschlossen worden.

Unterdessen wurden am Samstag erneut israelische Grenzorte mit palästinensischen Kassam-Raketen beschossen. Dabei schlug eine Rakete in einer Synagoge in der Stadt Sderot ein und zerstörte die Fenster des Gotteshauses. Eine weitere Rakete traf eine Schule. Die Hamas bekannte sich zum Raketenbeschuss sowie zu dem tödlichen Angriff am Vortag in Kfar Aza. Nach Armeeangaben haben militante Palästinenser in den ersten vier Monaten des Jahres rund 1950 Raketen und Mörsergranaten auf israelische Grenzgemeinden abgefeuert. Anfang kommender Woche will der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman mit der israelischen Führung über ein Waffenruhe-Angebot von zwölf militanten Palästinenserorganisationen sprechen. (sf/AFP/dpa)

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