Nach mehr als 13 Monaten : Iran lässt US-Bürgerin frei

Der Iran hat die seit mehr als einem Jahr inhaftierte US-Bürgerin Sarah Shourd freigelassen. Sie war mit zwei Landsmännern von iranischen Truppen nahe der Grenze zum Irak aufgegriffen worden. Die Behörden warfen ihnen Spionage vor.

Sarah Shourd.
Sarah Shourd.Foto: AFP

Der Iran hat eine US-Bürgerin mehr als ein Jahr nach deren Festnahme freigelassen. Sarah Shourd befände sich auf den Weg in die Schweizer Botschaft in Teheran, sagte ihr Anwalt Masud Schafie am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Shourd gehörte zu einer Gruppe von drei US-Bürgern, die im Juli 2009 im Grenzgebiet zum Irak festgenommen worden waren. Nach Angaben von Familienangehörigen befanden sich die drei auf einer Wanderung im Irak. Der Iran wirft ihnen Spionage vor, wofür die Todesstrafe verhängt werden kann.

Die Islamische Republik hatte am Wochenende die Bereitschaft signalisiert, Shourd gegen Zahlung einer Kaution von 500.000 Dollar freizulassen. Ihre beiden Begleiter sollten aber in Haft bleiben. Bei der Frau soll möglicherweise ein Knoten in der Brust gefunden worden sein. Vor ihrer Heimreise nach Kalifornien soll sie vermutlich in Europa medizinisch untersucht werden, heißt es in iranischen Medienberichten.

Der Fall hat das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran zusätzlich belastet, das wegen des seit Jahren anhaltenden Atomstreits ohnehin angespannt ist. Der Iran steht unter Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Energieprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Die Schweiz vertritt die Interessen der USA im Iran, da die Vereinigten Staaten selbst die diplomatischen Beziehungen nach der Islamischen Revolution von 1979 abgebrochen haben. (rtr/AFP/dpa)

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