Nach Militärputsch : Westafrikaner beraten über Einmarsch in Mali

Putschisten, Rebellen und Islamisten ringen um die Macht - jetzt entwerfen Spitzenmilitärs westafrikanischer Staaten Pläne für eine Intervention in Mali. Eine 2000 Mann starke Eingreiftruppe steht schon bereit.

Afrikanische Militärs, unter anderem aus der Elfenbeinküste und Nigeria, bei einem Treffen zur Situation in Mali
Afrikanische Militärs, unter anderem aus der Elfenbeinküste und Nigeria, bei einem Treffen zur Situation in MaliFoto: afp

Die Spitzenmilitärs westafrikanischer Staaten sind am Donnerstag in der Elfenbeinküste zu Beratungen über einen möglichen Militäreinsatz in Mali zusammengekommen. Auf Bitten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS sollten sie einen Plan entwerfen, wie eine militärische Intervention gegen die Putschisten in Mali und die Tuareg-Rebellen im Norden des Landes aussehen könnte. Die ECOWAS versetzte eine 2000 Mann starke Eingreiftruppe in Bereitschaft, um möglicherweise in Mali einzumarschieren.

Zu Beginn des Treffens hätten die Militärchefs entscheiden müssen, wie viele Truppen jedes Land stellen solle, sagte der ivorische stellvertretende Verteidigungsminister Paul Koffi Koffi. Der französische Außenminister Alain Juppé kündigte an, Frankreich sei bereit, die afrikanischen Soldaten beim Einsatz gegen die Putschisten zu unterstützen - logistisch, aber ohne eigene Truppen.

Die Tuareg-Rebellengruppe MNLA hat unterdessen ein Ende ihrer militärischen Operationen angekündigt. Sie forderte internationalen Schutz für die von ihnen eroberten Gebiete. Die Rebellen kämpfen für einen eigenen Staat im Norden Malis. Sie werden unterstützt von Islamisten, die die Scharia in Mali einführen wollen.

Juppé sagte, er stehe in Kontakt mit der MNLA, die er für einen vertrauenswürdigen Gesprächspartner halte. Es gebe eine klare Trennung zwischen den Tuareg, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen würden, und der von Al-Kaida infiltrierten Islamistengruppe AQIM.

Die Tuareg konnten in den vergangenen Wochen die Unruhen nach einem Staatsstreich in Mali nutzen, um etwa die Hälfte des Landes einzunehmen. Paradox an der Situation ist, dass die Putschisten das ineffektive Vorgehen der Regierung gegen die Rebellen im Norden als Grund für den Staatsstreich angegeben hatten. (dapd/rtr)

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