Politik : Nach neuem BSE-Fall werden 5200 importierte Rinder notgeschlachtet

Bund und Länder sagen Landwirten Entschädigung zu14.000 Nachkommen sollen zunächst beobachtet werden Bonn/Höxter(AP/dpa/rtr/AFP).Nach dem jüngsten BSE-Fall in Deutschland werden alle aus Großbritannien und der Schweiz importierten Rinder in der Bundesrepublik getötet.Darauf verständigten sich Bund und Länder am Mittwoch auf einer Krisensitzung in Bonn.Der Beschluß gilt für jeweils 2600 Rinder aus beiden Ländern.Die Nachkommen dieser Tiere sollen zunächst beobachtet werden.Landwirtschaftsminister Borchert (CDU) sagte Entschädigungen für die betroffenen Rinderzüchter zu.Unterdessen wurden die restlichen zehn Galloway-Rinder des Landwirtes im westfälischen Kreis Höxter, auf dessen Hof Ende Dezember das Rind an BSE verendete, getötet. Wie der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Franz-Josef Feiter, mitteilte, gibt es noch Zweifel, ob das an BSE verendete Rind tatsächlich der Nachkomme eines aus Großbritannien importieren Tieres oder nicht doch das importierte Muttertier selbst war.Deshalb werde vor einer weiteren Entscheidung eine Erbgutanalyse nötig.Falls sich herausstelle, daß es sich um ein von der Mutter infiziertes Tier gehandelt habe, sollten auch alle 14.000 Nachkommen von Importrindern aus Großbritannien und der Schweiz in Deutschland getötet werden.Zuvor hatte es geheißen, das Rind sei 1992 in Mecklenburg-Vorpommern geboren, die Mutterkuh solle 1995 von einer Magdeburger Firma in die Niederlande verkauft worden sein.Wegen des möglichen Exports hat in den Niederlanden eine landesweite Suche nach dieser Mutterkuh begonnen. Für die Notschlachtung der Importrinder werde eine Eilverordnung des Bundes erlassen, sagte Feiter.Die Bundesregierung wolle außerdem bei der EU Gelder für die Entschädigung der Bauern beantragen.Der Bauernverband forderte mindestens 2000 DM Entschädigung pro Tier. Nach Angaben von Borchert hat das am 27.Dezember verendete Rind unter Kontrolle gestanden.Die zehn Kadaver aus dem Kreis Höxter wurden zum Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt nach Detmold gebracht, wo zur Untersuchung auf BSE-Erreger unter anderem Hirnproben entnommen wurden.Anschließend sollten die Kadaver in der Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.Der betroffene Landwirt wurde laut Polizei vorsorglich unter Polizeischutz gestellt.Er sagte im WDR, er sei von Bauern aus seiner Umgebung bedroht worden. Baden-Württemberg erteilte für Kälber von britischen und Schweizer Kühen ein Vermarktungsverbot.Niedersachsen gab einen Erlaß heraus, daß nur Tiere mit einem zweifelsfreien Herkunftsnachweis geschlachtet werden dürfen.1996 hatten einige Bundesländer in eigener Regie hunderte britischer Rinder töten lassen.Bisher bestand für importierte britische Rinder in Deutschland bereits ein Schlacht- und Vermarktungsverbot.Sie wurden überwacht.Für ihre Nachkommen gab es aber keine einheitlichen Regelungen.Seit März 1996 gilt ein nationales Importverbot für sämtliche lebenden Rinder aus Großbritannien, Nordirland und der Schweiz.

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