Nach Paketbomben : Einflugverbot aus dem Jemen gelockert

Seit Freitag können auf Anordnung des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) wieder Reisende aus dem Jemen mit Gepäck nach Deutschland einfliegen.

Berlin - Die Bundesregierung hat das nach dem Fund von Paketbomben aus dem Jemen verhängte Einflugverbot aus dem arabischen Land wieder gelockert. Seit Freitag können auf Anordnung des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) wieder Reisende aus dem Jemen mit Gepäck nach Deutschland einfliegen. Das sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Samstag in Berlin. Die Flugzeuge dürfen aber weiterhin keine Fracht oder Post an Bord haben. Auch reine Frachtflüge bleiben untersagt. Die Entscheidung sei auf Grundlage einer neuen Gefährdungsanalyse von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gefallen.

Nach dem Fund der Paketbomben vor zwei Wochen war die Deutsche Flugsicherung zunächst angewiesen worden, direkte und indirekte Flüge aus dem Jemen abzuweisen und damit bis auf Weiteres keinen Einflug in und über deutsches Hoheitsgebiet zuzulassen. Eine in England an Bord eines Frachtflugzeugs entdeckte Bombe sollte vermutlich über der Ostküste der USA explodieren. Der in einer Druckerpatrone versteckte Sprengsatz war im Jemen aufgegeben und in Köln umgeladen worden.

Nach einem „Focus“-Bericht hatte die Lufthansa das Bundesinnenministerium bereits vor dem Paketbombenfund über die Terrorgefahr im Luftverkehr mit dem Jemen gewarnt. So sollen die Lufthansa-Experten der Bundespolizei mehrfach „gravierende Sicherheitsmängel“ am Flughafen Sanaa gemeldet haben. Die SPD warf de Maizière vor, die Hinweise ignoriert und „sorglos mit der Bedrohung“ umgegangen zu sein.

Der Jemen rückt immer stärker ins Visier internationaler Terrorfahnder. AFP

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