Nach Palästinenser-Angriff : Israel feuert auf Gaza

Nach dem Beschuss mit etwa 50 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen antwortet die israelische Regierung prompt mit Gegenangriff: Eine Reihe von Raketen treffen rund um das Innenministerium in Gaza ein. Aus Deutschland und den USA kommen eher hilflose Aufforderungen, die Gewalt zu beenden.

Gaza/Tel Aviv Am späten Mittwochabend hat die israelsiche Armee Angriffe gegen die radikal-islamische Hamas in Gaza geflogen. Zuvor war Israel von etwa 50 palästinensischen Kassam-Raketen beschossen worden. Nach israelischen Medienangaben wurde bei dem Gegenangriff eine Serie von Raketen in das Gebäude des Innenministeriums in Gaza gefeuert, in dessen Nähe der Ministerpräsident der Hamas, Ismail Hanija, ein Büro unterhält. Er sei zur Zeit des Angriffes nicht dort gewesen, berichtete die Zeitung "Jerusalem Post" in ihrer Internetausgabe am Donnerstagmorgen. Bei dem Angriff seien 25 Menschen verletzt worden, schrieb das Blatt unter Berufung auf palästinensische Angaben. Am Mittwoch waren im Gazastreifen und in der israelischen Grenzstadt Sderot mindestens zwölf Palästinenser und ein israelischer Student getötet worden.

Die israelische Armee tötete mit drei Raketenangriffen insgesamt sieben Hamas-Kämpfer und drei palästinensische Zivilisten im Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben wurde in der Nacht zum Mittwoch auch ein Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Heiliger Krieg getötet. Bei einem israelischen Armee-Einsatz in Nablus im Westjordanland kam nach palästinensischen Angaben ein weiterer Palästinenser ums Leben.

Durch eine Kassam-Rakete aus dem Gazastreifen starb ein israelischer Student. Der junge Mann habe in seinem Auto auf einem Parkplatz des Sapir-College in Sderot gesessen, als in unmittelbarer Nähe eine Rakete explodiert sei.

Rice plant Reise in den Nahen Osten

Unterdessen will US-Außenministerin Condoleezza Rice am kommenden Montag erneut in den Nahen Osten reisen. Sie wolle sich über den Stand der Friedensgespräche zwischen Palästinensern und Israelis informieren, hieß in einer Erklärung des US-Außenministeriums am Mittwoch in Washington.

Das Büro von Ministerpräsident Ehud Olmert erklärte, Israel werde alle zur Verfügung stehenden Mittel ergreifen und alle Gelegenheiten nutzen, um den mörderischen Beschuss mit Kassam-Raketen zu beenden. Israel sei entschlossen, seine Bürger zu verteidigen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der Hamas vor, sie habe ein Bündnis mit dem Terrornetzwerk Al Qaida von Osama bin Laden geschmiedet. In einem Interview der arabischen Zeitung "Al-Hayat" erklärte Abbas: "Ich bin überzeugt, dass Al Qaida inzwischen in den palästinensischen Gebieten Fuß gefasst hat, vor allem in Gaza, und die Hamas hat dies zu verantworten."

"Gewalt ist keine Antwort"

Hamas wies die Vorwürfe umgehend zurück. Abbas liefere Israel einen Vorwand, den Gazastreifen anzugreifen und die Wirtschaftssanktionen zu verschärfen, heißt es in einer Erklärung der von Hamas geführten Innenbehörde des Gazastreifens. Hamas warf Abbas in diesem Zusammenhang eine gezielte Medienkampagne vor. Deren Ziel sei es, die Sicherheit im Gazastreifen zu schwächen.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die sich zur Zeit in der Region aufhält, rief Israel und die Palästinenser zu einem Ende der Gewalt auf. "Gewalt ist keine Antwort", sagte die SPD-Politikerin in Jerusalem. Wieczorek-Zeul forderte beide Konfliktparteien auf, ihre Verpflichtungen aus dem Nahost-Friedensplan umzusetzen. (mpr/dpa)

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