Nach Protesten in Arktis : Zwei russische Greenpeace-Aktivisten frei

Seit Monaten geht die russische Justiz gegen Umweltschützer nach einer Protestaktion in der Arktis vor. Nun kommen überraschend zwei der Eingesperrten frei, wenn auch unter Auflagen.

Der prominente russische Fotograf Denis Sinjakow kam am Montag frei.
Der prominente russische Fotograf Denis Sinjakow kam am Montag frei.Foto: Reuters

Teilerfolg für Greenpeace: Nach rund zwei Monaten in Haft hat ein Gericht in St. Petersburg den prominenten russischen Fotografen Denis Sinjakow und eine Ärztin gegen Kaution freigelassen. Beide mussten jeweils zwei Millionen Rubel (rund 46 000 Euro) hinterlegen, um das Untersuchungsgefängnis verlassen zu können. Das teilte die Umweltorganisation Greenpeace am Montag mit.

Die Ärztin Jekaterina Saspa und der Reporter Sinjakow dürfen Russland nicht verlassen. Sie sind wie die übrigen 28 noch inhaftierten Greenpeace-Aktivisten wegen „Rowdytums“ angeklagt. Darauf stehen nach russischem Gesetz bis zu sieben Jahre Haft.

Zwei russische Greenpeace-Aktivisten auf freiem Fuß

Die Entscheidung galt als erstes echtes Zugeständnis der Justiz nach internationalen Forderungen, im Fall der Besatzungsmitglieder des Schiffs „Arctic Sunrise“ Milde walten zu lassen. Zuletzt hatte Russland die ursprünglich erhobenen Vorwürfe der „Piraterie“ abgemildert.

Greenpeace hatte mit dem Schiff gegen Ölbohrungen und Umweltzerstörung in der Arktis demonstriert. Die Männer und Frauen waren Mitte September nach ihrer spektakulären Protestaktion von russischen Sicherheitskräften überwältigt worden.

Das Gericht entschied aber auch, dass der australische Aktivist Colin Russell - wie von der Anklage gefordert - drei weitere Monate bis zum 24. Februar 2014 hinter Gittern bleiben muss. Es bestehe Fluchtgefahr. In den kommenden Tagen sind weitere Anhörungen geplant.

Greenpeace forderte erneut die sofortige Freilassung aller Aktivisten und kritisierte das Verfahren als Farce. Die Ermittler betonten hingegen, sie benötigten mehr Zeit für ihre Untersuchungen. (dpa)

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