Nach Regierungskrise : Dänischer Premier bildet Kabinett fast komplett um

Der angeschlagene Ministerpräsident Rasmussen will sich mit einem erneuerten Kabinett aus dem Umfragetief befreien. Nur vier Minister verbleiben in ihren Ämtern.

KopenhagenDänemark bekommt eine weitgehend neue Ministerriege: Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen besetzt 14 der insgesamt 18 Ministerposten neu. Der rechtsliberale Regierungschef will so die zuletzt schlechten Umfragewerte seiner Regierung steigern. Zusammen mit dem Koalitionspartner, der rechtspopulistischen DVP, fiel sie hinter die Opposition zurück.

Neue Außenministerin wird die konservative Parteichefin und bisherige Wirtschaftsministerin Lene Espersen. Sie bleibt Vize-Ministerpräsidentin und löst im Außenressort ihren Parteikollegen Per Stig Møller ab, der das Kulturministerium übernimmt.

Aus Rasmussens eigener rechtsliberaler Partei ("Venstre") tritt Verteidigungsminister Søren Gade ab. Er begründete seinen Schritt in einer persönlichen Erklärung mit seiner Rolle bei innenpolitischen Skandalen der vergangenen Monate. Dabei wurden dem Verteidigungsministerium Falschinformationen zu dänischen Militäreinsätzen in Afghanistan und im Irak vorgeworfen.

Rasmussen regiert Dänemark seit April 2009. Auch er war in die Kritik geraten, unter anderem durch sein Auftreten als Tagungspräsident beim gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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