• Nach Scheitern der Waffenruhe: USA erörtern offenbar Optionen für härteren Kurs in Syrien

Nach Scheitern der Waffenruhe : USA erörtern offenbar Optionen für härteren Kurs in Syrien

John Kerry droht Moskau mit Abbruch der Syrien-Gespräche, die USA wollen offenbar die Rebellen stärker unterstützen. Wladimir Putin hingegen lässt verlauten, an einer weiteren Zusammenarbeit mit den USA interessiert zu sein.

Syrischen Soldaten in Aleppo.
Syrischen Soldaten in Aleppo.Foto: dpa

Die USA wägen Regierungskreisen zufolge Möglichkeiten für eine härtere Reaktion auf die von Russland unterstützte Offensive der syrischen Armee in Aleppo ab. Dazu zählten auch militärische Optionen wie eine bessere Ausrüstung der Rebellen durch US-Verbündete in der Region, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Allerdings seien die Möglichkeiten begrenzt, weil Präsident Barack Obama wiederholt einen Militärschlag gegen die syrische Armee und einen größeren Einsatz von US-Truppen abgelehnt hat.

Ein US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt sei unwahrscheinlich, weil es dabei zu russischen Opfern kommen könnte, was die Lage weiter verschärfen würde. Es sei daher unklar, ob Obama überhaupt mehr Alternativen habe, als den Ton zu verschärfen. Die USA hatten Russland am Mittwoch mit dem Abbruch der diplomatischen Zusammenarbeit in Syrien gedroht. Außenminister John Kerry zeigte sich seinem Sprecher zufolge am Mittwoch in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow "tief besorgt" über die Lage in der umkämpften Großstadt Aleppo.

Russland will Zusammenarbeit mit den USA im Syrien-Konflikt fortsetzen

Kerry warf Russland und der verbündeten syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad vor, mit Angriffen auf Krankenhäuser, die Wasserversorgung und zivile Einrichtungen die Lage dramatisch verschärft zu haben. Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen der Nachrichtenagentur Ria zufolge, nach Anordnung von Präsident Wladimir Putin sei das Ministerium zu einer weiteren Zusammenarbeit mit den USA bereit.

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Luftangriffe auf Aleppo halten an
Luftangriffe auf Aleppo halten an

Das russische Verteidigungsministerium reagierte damit auf die Drohung Washingtons, wegen der Bombenangriffe auf die Stadt Aleppo die Syrien-Gespräche mit Russland abzubrechen. Präsident Wladimir Putin habe "das Außen- und das Verteidigungsministerium beauftragt, bereit zu sein, die Zusammenarbeit mit unseren amerikanischen Partnern beim Syrien-Dossier fortzusetzen", erklärte General Viktor Posnichir. "Es ist vorgesehen, in sehr naher Zukunft wieder russische Experten zur Wiederaufnahme der Gespräche mit der amerikanischen Seite nach Genf zu schicken". Dabei sollten Lösungen gefunden werden "für die Normalisierung der Situation in Aleppo und für ganz Syrien". (AFP, rtr)

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