• Nach Tod von Eric Garner und Michael Brown: Tausende protestieren in den USA gegen Polizeigewalt

Nach Tod von Eric Garner und Michael Brown : Tausende protestieren in den USA gegen Polizeigewalt

Gegen Rassismus, gegen Polizeigewalt, für Gerechtigkeit. In den USA gingen erneut Tausende auf die Straße um zu protestieren. Und wieder wurde ein unbewaffneter Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen.

In New York gab ist am Donnerstagabend große Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus - und ein Verkehrschaos.
In New York gab ist am Donnerstagabend große Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus - und ein Verkehrschaos.Foto: AFP

Erneut haben in den USA tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. In Erinnerung an mehrere Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze liefen sie am Donnerstagabend mit erhobenen Händen durch New York und riefen "keine Gerechtigkeit, kein Frieden" und "Rassismus tötet". Aus Arizona wurde zudem ein neuer Fall bekannt: Dort erschoss ein weißer Polizist einen Schwarzen, weil er ihn für bewaffnet hielt.

Die Demonstranten besetzten ganze Straßen und die Brooklyn Bridge, über der Stadt kreisten Hubschrauber, es blieb aber weitgehend friedlich. Schon am Mittwochabend hatte es Proteste gegeben, nachdem sich eine Grand Jury im Fall Eric Garner gegen eine Anklage gegen den beteiligten weißen Polizisten entschieden hatte. Der schwarze unter Asthma leidende Familienvater war Mitte Juli an den Folgen eines Würgegriffs bei einem Polizeieinsatz in New York gestorben.

In Erinnerung an den 43-jährigen Garner legten sich zahlreiche Demonstranten am Union Square im Stadtteil Manhattan auf den Boden und riefen "Ich kann nicht atmen" - das waren Garners letzte Worte, wie später auf einem Amateurvideo zu sehen war. Bei ihrem Marsch über die Brooklyn Bridge trug eine Gruppe zehn schwarze Särge, auf denen die Namen von Menschen standen, die durch die US-Polizei starben.

Tausende protestieren gegen exzessive Polizeigewalt

Auch am Foley Square in Manhattan nahe der Polizeizentrale der Stadt demonstrierten tausende Menschen gegen exzessive Polizeigewalt. In Washington gab es ähnliche Proteste von mehreren Dutzend Menschen. Der Zorn der Demonstranten richtet sich gegen mehrere Vorfälle: Garner war Mitte Juli in New York gestorben, Anfang August wurde in Ferguson im Staat Missouri der schwarze Teenager Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen - auch hier entschied sich eine Grand Jury gegen eine Anklage.

Proteste in den USA: "Black lives matter"
Keine Anklage: Der Polizist, der für den Tod des schwarzen New Yorkers Eric Garner verantwortlich ist, muss nicht mit Konsequenzen rechnen. Überall in den USA protestierten wütende Bürger gegen die Entscheidung der Grand Jury.Weitere Bilder anzeigen
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04.12.2014 11:36Keine Anklage: Der Polizist, der für den Tod des schwarzen New Yorkers Eric Garner verantwortlich ist, muss nicht mit Konsequenzen...

Im November dann starb in Cleveland in Ohio ein zwölfjähriger schwarzer Junge durch Polizeischüsse, weil die Beamten seine Spielzeugpistole für echt hielten. Das Justizministerium übte am Donnerstag Kritik an der Polizei in der Großstadt. Eine Untersuchung habe ein Muster von "übermäßigem Gewalteinsatz" durch die Polizeikräfte zu Tage gefördert, sagte Justizminister Eric Holder. Die bereits vor 18 Monaten eingeleitete Untersuchung stand aber nicht im Zusammenhang mit dem Schicksal des zwölfjährigen Tamir Rice.

Neuer Fall in Arizona

Schließlich wurde am Donnerstag ein weiterer Fall bekannt. In Phoenix im Bundesstaat Arizona erschoss ein weißer Beamter einen 34-jährigen Schwarzen, weil er dachte, dieser habe eine Waffe in seiner Tasche. Demnach war der Beamte wegen vermuteter Drogendelikte vor einem Geschäft im Einsatz, als es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem 34-jährigen Schwarzen kam. Dieser hatte statt der vermuteten Waffe jedoch eine Pillenpackung in der Tasche.

Nach Angaben der Polizei widersetzte sich der Mann seiner Festnahme und langte in seine Tasche, woraufhin der Beamte nach ihm griff und meinte, in der Tasche eine Waffe zu erfühlen. Als der Verdächtige auf Aufforderungen, die Hand in der Tasche zu lassen, nicht reagiert habe, habe der Beamte zweimal auf ihn geschossen. Der 34-Jährige starb noch am Ort des Geschehens. In seiner Tasche fand sich eine Packung mit Medikamenten, die auch als Aufputschmittel benutzt werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnt US-Behörden

Eine Anwältin der Familie des Getöteten sprach von einer "sinnlosen Tragödie". Die Anspannung in den USA ist derzeit besonders hoch, nachdem in zwei verschiedenen tödlichen Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze eine Grand Jury entschieden hatte, dass sich die weißen Polizisten nicht dafür verantworten müssen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die US-Behörden am Donnerstag auf, Polizisten bei Verfehlungen angemessen zur Verantwortung zu ziehen. US-Präsident Barack Obama hatte kürzlich erklärt, die Vorfälle seien ein "amerikanisches Problem" - kein Problem der afroamerikanischen Bevölkerung. (AFP)

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