• Nach tödlichen Schüssen auf einen israelischen Soldaten: Israel schließt wichtigen Grenzübergang zum Gazastreifen
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Nach tödlichen Schüssen auf einen israelischen Soldaten : Israel schließt wichtigen Grenzübergang zum Gazastreifen

Die Lage an der lange relativ ruhigen Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen gerät zunehmend in Unruhe. Nach den tödlichen Schüssen auf einen Israeli hatte Israel am Dienstag mit Bomben geantwortet. Am Mittwoch schloss das Land einen wichtigen Grenzübergang.

Israelische Militärfahrzeuge fahren am 24. Dezember nahe des Tatortes an der Grenze zum Gazastreifen.
Israelische Militärfahrzeuge fahren am 24. Dezember nahe des Tatortes an der Grenze zum Gazastreifen.Foto: Reuters

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Krankenhausangaben ein vierjähriges Mädchen getötet und mindestens drei weitere Palästinenser verletzt worden.

Israels Luftwaffe reagierte am Dienstag mit dem Bombardement auf tödliche Schüsse eines palästinensischen Scharfschützen auf einen Israeli, der am Grenzzaun Reparaturarbeiten verrichtete. Augenzeugen im Gazastreifen berichteten von mindestens zwölf Luftangriffen. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, man habe im Gazastreifen angegriffen.

Am Mittwoch schloss Israel den Grenzübergang Kerem Schalom zum Gazastreifen bis auf weiteres. Über diesen Grenzübergang wird der Warenverkehr abgewickelt. Verteidigungsminister Mosche Jaalon habe die Maßnahme angeordnet, meldete der israelische Rundfunk am Mittwoch. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verurteilte die Schließung des Warenübergangs am Mittwoch als „kollektive Bestrafung“.

Die Luftangriffe richteten sich nach palästinensischen Angaben gegen Trainingszentren der im Gazastreifen herrschenden Hamas-Organisation in Chan Junis. Aus Furcht vor weiteren Angriffen räumte die Hamas die meisten ihrer Einrichtungen.

Die radikale Palästinensergruppe Volkswiderstandskomitees, der Hamas nahesteht, bekannte sich zu dem Anschlag auf den Israeli. Der Israeli wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er an den Folgen seiner Verletzungen. Nach Angaben von Sanitätern wurde ein Palästinenser später in Grenznähe durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich während des Anschlags in dem nahe gelegenen Grenzort Sderot aufhielt, sprach von einem „sehr schwerwiegenden Vorfall“. Israel werde „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“ und hart reagieren.

„Es hat zuletzt mehr Anschlagversuche gegeben“, sagte Netanjahu zuvor nach Angaben der Nachrichtenseite „ynet“. „Stehen wir vor einem neuen Palästinenseraufstand?“ Israel werde mit aller Härte gegen jeden Angreifer vorgehen, „damit jeder, der uns attackieren will, es sich vorher zweimal überlegt“.

Zuletzt wurde ein Anstieg von Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt verzeichnet. Am Montag verletzte ein mutmaßlich palästinensischer Täter einen Polizisten im Westjordanland mit einem Messer. Am Sonntag war in einem Stadtbus in der Nähe von Tel Aviv eine Bombe explodiert, dabei wurde allerdings niemand verletzt. Die Polizei vermutet militante Palästinenser hinter der Tat. (dpa)

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