Nach UN-Beschluss : Westerwelle: Deutschland zu Mali-Einsatz bereit

Über 12 000 Blauhelme wollen die Vereinten Nationen nach Mali schicken. Das hat der Sicherheitsrat gestern in New York entschieden. Außenminister Guido Westerwelle erklärt nun, Deutschland sei bereit den Einsatz zu unterstützen. Das letzte Wort hat der Bundestag.

Guido Westerwelle (FDP) ist seit 2009 Außenminister.
Guido Westerwelle (FDP) ist seit 2009 Außenminister.Foto: AFP

Deutschland ist nach den Worten von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) im westafrikanischen Krisenstaat Mali auch zu einem Bundeswehr-Einsatz unter dem Dach der Vereinten Nationen bereit. „Deutschland ist bereit, diese Mission zu unterstützen“, sagte Westerwelle am Samstag bei einem Besuch in Ghanas Hauptstadt Accra. Das letzte Wort zu möglichen Änderungen habe jedoch der Bundestag. Die beiden bisherigen Mali-Mandate erlauben den Einsatz von bis zu 330 deutschen Soldaten, vor allem für logistische Hilfe und eine Ausbildungsmission der Europäischen Union.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag beschlossen, mehr als 12 000 Soldaten und Polizisten in das von radikalen Islamisten Land zu schicken. Die Truppe soll im wesentlichen auf die bereits vorhandenen Kräfte aus Frankreich und Afrika aufbauen. Westerwelle sagte nach einem Treffen mit Ghanas Außenministerin Hanna Tetteh: „Wir werden jetzt darüber beraten, was das für das deutsche Engagement bedeutet.“ Dazu müsse noch innerhalb der Bundesregierung, vor allem aber auch mit dem Parlament gesprochen werden.

Die Krise in Mali in Bildern
Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen französischen und einen malischen Soldaten im Gespräch, während der Militäroperation "Serval" in Diabali, Mali.Weitere Bilder anzeigen
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24.01.2013 15:12Ein Handout der französischen Armee, zur Verfügung gestellt vom French Army Communications Audiovisual office (ECPAD), zeigt einen...

Ghana ist für Westerwelle die erste Station einer fünftägigen Afrika-Reise. Das westafrikanische Land hat selbst 120 Soldaten in Mali. Weitere Ziele der Reise sind Südafrika und Mosambik. Westerwelle und Tetteh kündigten zudem an, die Beziehungen zwischen beiden Ländern ausbauen zu wollen. Ghana gehört in Afrika zu den Ländern mit hohen Wachstumsraten. Trotzdem ist ein Großteil der etwa 26 Millionen Einwohner immer noch extrem arm. (dpa)

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