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Nach Untergang der Fähre "Sewol" : Südkoreas Ministerpräsident Chung Hong-Won tritt zurück

Bislang wurden 187 Tote aus der am 16. April gesunkenen "Sewol" geborgen. Nun zieht Südkoreas Ministerpräsident Chung Hong-Won Konsequenzen und tritt zurück. Die Besatzungsmitglieder der Fähre sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Südkoreas Ministerpräsident Chung Hong-Won tritt von seinem Amt zurück. Foto: Reuters
Südkoreas Ministerpräsident Chung Hong-Won tritt von seinem Amt zurück.Foto: Reuters

Elf Tage nach dem schweren Fährunglück in Südkorea ist Ministerpräsident Chung Hong-Won zurückgetreten. Er entschuldige sich dafür, dass er nicht angemessen auf das Unglück reagieren habe, sagte Chung am Sonntag. Es wäre eine zu große Belastung für die Regierung, wenn er im Amt bliebe.

Zahlreiche Angehörige der Opfer hatten Regierung und zuständige Behörden wegen des Krisenmanagements heftig kritisiert.

Der Unfall habe das ganze Land in tiefe Trauer gestürzt, sagte Chung in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz weiter. „Viele Tage sind seit dem Unglück vergangen, aber die Schreie der Familien von Vermissten lassen mich nicht schlafen“. Er habe schon vorher zurücktreten wollen, doch habe er es zunächst für notwendiger gehalten, die Lage in den Griff zu bekommen, sagte Chung weiter. Er appellierte an seine Landsleute, auf weitere Schuldzuweisungen zu verzichten und die Bergungsarbeiten zu unterstützen.

Fähre vor Südkorea gekentert - Hunderte Menschen an Bord
16.04.2014: Vor der Küste Südkoreas ist eine Fähre mit fast 500 Menschen an Bord gesunken. Viele Kinder und Jugendliche schwimmen um ihr Leben. Foto: AFPWeitere Bilder anzeigen
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16.04.2014 09:2916.04.2014: Vor der Küste Südkoreas ist eine Fähre mit fast 500 Menschen an Bord gesunken. Viele Kinder und Jugendliche schwimmen...

Die Fähre „Sewol“ war am 16. April mit 476 Menschen an Bord gekentert und gesunken. Die meisten Passagiere waren Schüler, die auf einem Schulausflug auf dem Weg zur Insel Jeju unterwegs waren.

Bis Sonntag wurden 187 Tote geborgen, 115 Menschen galten noch als vermisst. Die Bergung der Leichen aus dem Wrack der Fähre gestaltete sich weiter schwierig: Am Samstag mussten die Arbeiten wegen stürmischer See eingestellt werden. Am Sonntag sollten sie nach Angaben der Küstenwache weitergehen, sobald es ruhigere Phasen gab. Insgesamt sollten 93 Taucher an dem Einsatz teilnehmen.

Inzwischen sind alle 15 überlebenden Besatzungsmitglieder in Untersuchungshaft, die letzten vier wurden am Samstag festgenommen. Der Crew, allen voran ihrem Kapitän Lee Joon Seok, wird vorgeworfen, die Evakuierung verzögert und die Passagiere im Stich gelassen haben, weil sie frühzeitig das Schiff verließen. Weitere Ermittlungen richten sich gegen die Reederei und ihren Geschäftspartnern sowie gegen acht ehemalige und amtierende führende Vertreter des südkoreanischen Schiffsregisters, das die Sicherheitszertifikate ausstellt. Was genau die Fähre zum Kentern bracht, ist unklar. (AFP)

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