• Nach untersagtem Auftritt von Erdogan-Minister : Entwarnung nach Bombendrohung - Rathaus von Gaggenau wieder frei
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Nach untersagtem Auftritt von Erdogan-Minister : Entwarnung nach Bombendrohung - Rathaus von Gaggenau wieder frei

Am Donnerstag hatte die Stadt Gaggenau einen Auftritt des türkischen Justizministers Bozdag verboten. Daraufhin gab es eine Bombendrohung gegen das Rathaus - nun wurde Entwarnung gegeben.

Das Rathaus von Gaggenau
Das Rathaus von GaggenauFoto: dpa/Christoph Schmidt

Erleichterung in Gaggenau: Nachdem am Tag nach der Absage eines Auftritts des türkischen Justizministers in der baden-württembergischen Stadt eine Bombendrohung gegen das Rathaus eingegangen war, konnte die Polizei am Donnerstagmittag Entwarnung geben. Es sei in dem Gebäude nichts gefunden worden und das Rathaus sei wieder freigegeben, teilte die Polizei mit.
Zuvor hatte Bürgermeister Michael Pfeiffer gegenüber dem Sender n-tv von der Bombendrohung berichtet.

Der Anrufer habe die Drohung mit der Absage für den Auftritt von Minister Bekir Bozdag in der Stadt begründet, wie der Leiter des Bürgerservices, Dieter Spannagel, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Das Gebäude war vorsorglich geräumt und von der Polizei durchsucht worden.

Der Drohanruf war am Freitagmorgen gegen 7.45 Uhr von einem Handy eingegangen, wie Bürgermeister Pfeiffer sagte. Nur das Gebäude sei demnach davon betroffen. "Das Ganze ist natürlich für eine Kleinstadt eine enorme Dimension", sagte er.

Die Stadt Gaggenau hatte die Veranstaltung mit Bozdag mit der Begründung untersagt, die Parkplätze und die Zufahrten reichten für den erwarteten Besucherandrang nicht aus. Bozdag hatte vor, um Stimmen der in Deutschland lebenden Türken für die umstrittene Verfassungsreform von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu werben.

Die Absage durch die Stadt hatte die Spannungen im deutsch-türkischen Verhältnis weiter erhöht. Die Türkei bezeichnete die sie als Skandal und nannte die Gründe fadenscheinig. Das türkische Außenministerium bestellte den deutschen Botschafter in Ankara ein. Ihm wurde das "Unbehagen" der türkischen Regierung vermittelt, wie es hieß.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sind derzeit ohnehin durch die Inhaftierung des deutschen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei schwer belastet. (mit AFP, dpa)

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