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Nach Veröffentlichung von AKP-E-Mails : Türkei sperrt Zugang zu Wikileaks

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat fast 300.000 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP zugänglich gemacht. Nun haben türkische Behörden den Zugang zu der Plattform in dem Land gesperrt.

Präsident Recep Tayyip Erdogan nach dem Putschversuch.
Präsident Recep Tayyip Erdogan nach dem Putschversuch.Foto: dpa

Türkische Behörden haben den Zugang zur Enthüllungsplattform Wikileaks gesperrt, nachdem sie hunderttausende angebliche E-Mails der Regierungspartei AKP im Netz veröffentlicht hatte. Am späten Dienstagabend hatte die die Organisation auf Twitter einen Link geschaltet, der zu einer Art Suchmaschine auf ihrer Webseite führt. Dort können die E-Mails nach einzelnen Begriffen oder Sätzen durchsucht werden. "Wikileaks veröffentlicht den ersten Teil der AKP-E-Mails", war auf der Seite zu lesen. AKP ist die türkische Regierungspartei.
Die Veröffentlichung sei angesichts des harten Vorgehens der Behörden nach dem Umsturzversuch vom vergangenen Wochenende vorgezogen worden, erklärten die Aktivisten auf ihrer Website. Die Quelle für das Material aus dem Datenleck stamme nicht aus dem Umfeld der Putschisten. Der Enthüllungswert der Veröffentlichung blieb zunächst unklar: Unter den E-Mails finden sich zahlreiche Newsletter und Spam-Nachrichten.

Knapp 300.000 E-Mails über "Beziehungen mit der Welt"

Die Datenbank auf Wikileaks bestehe aus 762 Posteingängen und insgesamt 294.548 E-Mails. Sie seien jeweils von Adressen verschickt worden, die der Homepage der AKP zuzuordnen seien. Der Inhalt solcher Mails beziehe sich aber meist nicht auf Interna der Regierung, sondern auf "Beziehungen mit der Welt", also vermutlich auf außenpolitische Themen. Die aktuellste Mail sei am 6. Juli verschickt worden, die älteste stamme aus dem Jahr 2010. Das Material sei eine Woche vor dem Putschversuch in der Türkei erlangt worden.

Die Veröffentlichung der Dokumente hatte Wikileaks bereits am Montag auf Twitter angekündigt. Später teilte die Organisation dann mit, dass es „anhaltende Attacken“ auf ihre Infrastruktur gebe. Kurz vor der Veröffentlichung der Dokumente erklärte sie in einem weiteren Eintrag: "Es scheint, als hätten wir den ganztägigen Cyberkrieg gewonnen. Die AKP-Emails erscheinen in Kürze." (dpa)

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