Nach Wahl-Debakel : CSU-Chef Huber tritt zurück

Nach dem Debakel der CSU bei der bayerischen Landtagswahl hat Parteichef Erwin Huber in München seinen Rücktritt angekündigt. Er wird beim Sonderparteitag der CSU am 25. Oktober den Vorsitz an Horst Seehofer abgeben. Ministerpräsident Beckstein lässt unterdessen seine angeblichen Rücktrittsabsichten dementieren.

München/Berlin Nach einer nächtlichen Krisensitzung der engsten CSU-Führung hat Parteichef Erwin Huber sichtlich gelöst seinen Rücktritt zum 25. Oktober bestätigt. Bis dahin bleibe er in der politische Verantwortung und werde nach besten Kräften weiter für Bayern und die CSU arbeiten, sagte Huber.

Ein CSU-Sprecher ergänzte, auch CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer werde ihr Amt niederlegen, sobald der neue Parteivorsitzende einen neuen Generalsekretär bestimmt habe. Bis dahin führe sie die Geschäfte kommissarisch weiter. Die CSU war bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag auf 43,4 Prozent abgestürzt und verlor die absolute Mehrheit im Landtag.

Neuer Parteichef soll Parteivize und Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer werden. Seehofer sagte am Dienstag nach einer Sondersitzung der CSU-Landesgruppe in Berlin, es sei sein Wunsch, dass Huber in der bayerischen Regierung und in der Partei maßgebliche Verantwortung weitertrage.

Beckstein lässt Rücktrittsabsichten dementieren

Huber betonte in München, in den 13 Monaten seiner Amtszeit sei es sein Ziel gewesen, die CSU "stabil und zukunftsfähig zu halten". Die Partei sei "an wichtigen Stellen jünger und weiblicher geworden". Mit dem Steuerkonzept unter dem Leitmotiv "Mehr Netto für alle" habe er "Impulse im Sinne christlich-sozialer Politik gesetzt, die weit über meine Amtszeit hinaus wirken werden". Huber  fügte hinzu, er bleibe in der politischen Verantwortung und werde "nach bestem Wissen und Gewissen für Bayern und die CSU arbeiten".

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat unterdessen einen Bericht der Münchner "Abendzeitung" dementieren lassen, wonach er noch in diesem Monat Nachfolger von Ministerpräsident Günther Beckstein werden soll. Derartige Meldungen seien falsch, sagte ein Sprecher Herrmanns am Dienstag in München. Die Staatskanzlei hatte den Zeitungsbericht zuvor schon als Falschmeldung zurückgewiesen. Die "Abendzeitung" hatte berichtet, Beckstein wolle sein Amt beim Sonderparteitag der CSU am 25. Oktober niederlegen. Nachfolger solle Herrmann werden. (jam/pb/AFP/ddp/dpa)

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