Nach Wahlsieg : Zyperns Präsident will die Teilung überwinden

Seit vier Jahren stocken die Gespräche, doch jezt könnte der frisch gewählte Präsident Dimitris Christofias neuen Schwung in die Verhandlungen um eine Wiedervereinigung mit dem Norden des Landes bringen.

Dimitris Christofias
Dimitris Christofias. Staatspräsident mit kommunistischen Wurzeln. -Foto: AFP

Nikosia Erstes Ziel seiner Regierung sei es, "die Insel wiederzuvereinigen", sagte der Reformkommunist, der bei der Stichwahl am Sonntag mit 53,36 Prozent der Stimmen über den konservativen ehemaligen Außenminister Ioannis Kassoulidis gesiegt hatte. Mit dem Führer der türkisch-zyprischen Volksgruppe, Mehmet Ali Talat, der ihn noch am Wahlabend telefonisch beglückwünschte, vereinbarte Christofias (61) ein baldiges erstes Treffen.

Zypern ist seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Vor knapp vier Jahren war ein UN-Plan zur Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel an der Ablehnung der griechischen Zyprer gescheitert.

In der 48-jährigen Geschichte der Republik Zypern ist Christofias der erste Staatspräsident mit kommunistischen Wurzeln. "Historischer Sieg der Linken auf Zypern. Eine neue Seite wird aufgeschlagen", titelte die Athener Zeitung "Ta Nea". Eine radikale Wende beabsichtigt der Wahlsieger indes nicht: "Das (Wirtschafts)-Modell ist erfolgreich und bleibt so", sagte Christofias. Er folgt dem Hardliner Tassos Papadopoulos nach, der den UN-Plan zur Überwindung der Teilung Zyperns vehement bekämpft hatte. (ho/dpa)

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