Nachfolge von Bundespräsident Gauck : SPD-Vize Stegner warnt vor Machtpolitik und Hektik

SPD-Vize Ralf Stegner will die Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Gauck in Ruhe angehen. Das derzeitige "Namedropping" nütze nichts.

SPD-Vize Ralf Stegner will keine "koalitionspolitischen" Spiele bei der Suche nach der Gauck-Nachfolge.
SPD-Vize Ralf Stegner will keine "koalitionspolitischen" Spiele bei der Suche nach der Gauck-Nachfolge.Foto: dpa/Carsten Rehder

SPD-Vize Ralf Stegner hat vor taktischen und machtpolitischen Spielen bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Joachim Gauck gewarnt. "Es ist wichtig, dass man mit jedem spricht", sagte Stegner am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Man sollte das nicht koalitionspolitisch machen."

Stegner sprach sich gegen vorgegebene Kriterien bei der Kandidatensuche aus. Ob der Nachfolger "am Ende jemand ist, der einer Partei angehört oder auch nicht, das sollte genauso wenig vorher festgelegt werden wie ob das ein Mann oder eine Frau ist", sagte Stegner. "Es muss eine Persönlichkeit sein, die gerade in diesen Zeiten Integrationskraft hat und den Menschen Orientierung gibt."

Das "Namedropping", das bereits begonnen habe, nütze nicht, sagte Stegner weiter. "Jeder, der jetzt Namen ins Spiel wirft, der trägt eigentlich nur dazu bei, dass diejenigen es nicht werden."

"Die Spekulationen sind meist haarscharf neben der Wahrheit", sagte Stegner. "Es besteht keine Notwendigkeit, das in Hektik zu tun."

Die "Bild" berichtete unter Berufung auf Führungskreise der Partei, die SPD wolle mit der Benennung eines eigenen Kandidaten abwarten, bis Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Vorschlag unterbreite. Erst danach werde die SPD entscheiden, ob es Chancen für eine überparteiliche Zusammenarbeit gebe oder nicht. (Tsp)

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