NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

DEUTSCHLAND

Atomkraftwerk Biblis A

soll länger laufen

Essen/Berlin - Deutschlands ältestes noch laufendes Atomkraftwerk Biblis A in Hessen soll länger als bislang vorgesehen Strom produzieren. Dazu kaufte das Betreiberunternehmen RWE von seinem Konkurrenten Eon Strommengen, die von dem bereits stillgelegten Meiler im niedersächsischen Stade stammen. Man wolle vermeiden, dass Biblis A vom Netz gehen müsse, bevor politische Entscheidungen über längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke gefallen seien, sagte eine Sprecherin der RWE Power AG. Insbesondere ältere Atommeiler in Deutschland sind pannenanfällig. Einen Beleg für häufige Defekte von Bauteilen und sonstigen Komponenten von Kernkraftwerken liefert eine Übersicht von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) an die Grünen-Fraktion. Demnach wurden für die Zeit von 1993 bis 2008 solche – eventuell auch sicherheitsgefährdenden – Defekte 82 Mal beim AKW Krümmel in Schleswig-Holstein festgestellt. Es folgen Brunsbüttel (80 Defekte), Biblis B (78) und Biblis A (66). dpa

TÜRKEI

Rücktritt wegen Sexskandals

Istanbul - Der türkische Oppositionsführer Deniz Baykal ist nach fast 18 Jahren an der Spitze der Republikanischen Volkspartei (CHP) wegen eines Sexskandals zurückgetreten. Der 71-Jährige reagierte auf die Veröffentlichung eines heimlich gedrehten Videos, das ihn mit einer unbekleideten CHP-Abgeordneten in einem Schlafzimmer zeigen soll. Baykal sprach von einem Komplott. Die weltlich orientierte CHP ist die größte Oppositionspartei in der Türkei. dpa

IRAK

Viele Opfer bei Gewaltwelle

Bagdad - Blutige Eskalation der Gewalt im Irak: Terroristen haben am Montag fast 100 Menschen getötet – es war die schlimmste Serie von Anschlägen seit Jahresbeginn. Rund 340 Menschen wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Zivilisten. Irakische Politiker verschiedener Konfessionen erklärten, Ziel der Terroristen sei es offensichtlich, neue Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten zu säen. Der schlimmste Anschlag ereignete sich in der Stadt Hilla, 100 Kilometer südlich von Bagdad, wo die Terroristen zuerst zwei Autobomben vor einer Textilfabrik zündeten. Als Ärzte vor der Fabrik eintrafen, sprengte sich neben einem Krankenwagen ein Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. dpa

AFGHANISTAN/PAKISTAN

Tote bei Anschlägen und Gefechten

Kabul - Bei neuen Anschlägen und Gefechten sind in der südafghanischen Unruheprovinz Helmand sowie im Osten des Landes 15 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Nato-Soldat. Bei einem heftigen Feuergefecht zwischen pakistanischen Regierungstruppen und radikalislamischen Extremisten in der nordwestlichen Grenzregion zu Afghanistan sind mindestens 46 Menschen getötet worden, darunter 9 Soldaten. dpa

USA

Oberste Richterin nominiert

Washington - US-Präsident Barack Obama will Medienberichten zufolge die Juristin Elena Kagan an das oberste Gericht des Landes berufen. Die 50-Jährige gilt als politisch nicht festgelegt. Sollte sie vom Senat bestätigt werden, wäre sie das jüngste Mitglied des Supreme Court, berichtete die „New York Times“. Die Harvard-Juristin vertritt seit einem Jahr die US-Regierung als Anwalt vor dem Obersten Gerichtshof. dpa

THAILAND

Neue Forderung von Demonstranten

Bangkok - Die in Bangkok demonstrierenden Regierungsgegner haben neue Bedingungen für ihren Abzug gestellt: Der stellvertretende Regierungschef Suthep Thaugsuban solle wegen der gewalttätigen Zusammenstöße vor vier Wochen mit 25 Toten zur Verantwortung gezogen werden, sagte einer der Anführer der Demonstranten. Sobald Suthep sich der Polizei stelle, gehe der Protest zu Ende. Das Oppositionsbündnis akzeptierte gleichzeitig den Vorschlag von Regierungschef Abhisit Vejjajiva für Neuwahlen im November. Eigentlich lief am Montag ein Ultimatum der Regierung zur Räumung der Innenstadt Bangkoks ab. dpa

BIRMA

Suu Kyi trifft US-Diplomaten

Rangun - Die Militärjunta von Birma hat der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi einen seltenen Besuch erlaubt. Suu Kyi traf in Rangun in einem staatlichen Gästehaus mit dem US-Staatssekretär für Ostasien, Kurt Campbell, zusammen. Der US-Gesandte traf zuvor Vertreter von Suu Kyis Partei, der vergangene Woche zwangsweise aufgelösten Nationalliga für Demokratie (NLD). „Wir haben ihm gesagt, die USA sollten das Ergebnis nicht anerkennen, weil die Wahlen keinerlei Glaubwürdigkeit haben“, sagte eines der NLD-Vorstandsmitglieder, Win Tin. Die NLD hatte aus Protest gegen die unfairen Wahlgesetze beschlossen, nicht anzutreten. Sie wurde deshalb aufgelöst. dpa

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