NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

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CHINA

Altersgrenze für Todesstrafe

Peking - Nach langjährigen internationalen Protesten gegen die vielen Todesurteile in China will die Pekinger Regierung eine Altersgrenze für die Todesstrafe einführen. Künftig sollen über 70-Jährige nicht mehr zum Tod verurteilt werden können, berichtete die offizielle englischsprachige Tageszeitung „China Daily“ am Samstag. Außerdem soll die Zahl der mehreren Dutzend Straftatbestände, für die die Todesstrafe verhängt werden kann, leicht eingeschränkt werden. Das sieht eine geplante Gesetzesänderung vor. An diesem Mittwoch treffen sich deutsche und chinesische Vertreter zur sechsten Runde des „Menschenrechtsdialogs“ in Berlin. dpa

KOLUMBIEN

Auch Nicaragua droht mit Militär

Managua - Nach Venezuela hat auch Nicaragua Kolumbien mit einem militärischen Konflikt gedroht. Sollte Kolumbien in einem Meeresgebiet, das beide Länder für sich beanspruchen, Ölbohrkonzessionen vergeben, könne die Armee zum Einsatz kommen, sagte Nicaraguas Präsident Daniel Ortega am Samstag in Managua. Es müsse klar sein, „dass wir eine Armee haben, die sehr bereit ist zur Verteidigung der durch Kolumbiens expansionistische Politik bedrohten Souveränität“ des Landes, fügte der linksgerichtete Präsident hinzu. Kolumbien hatte Ölförderkonzessionen in dem umstrittenen Seegebiet ausgeschrieben. Der Streit um das rund 50 000 Quadratkilometer große Gebiet in der Karibik beschäftigt den Internationalen Gerichtshof bereits seit 2001. AFP

KAMBODSCHA

Erstes Urteil vor Völkermordtribunal

Phnom Penh - Mehr als 30 Jahre sind seit den Gräueltaten der Roten Khmer in Kambodscha vergangen. An diesem Montag wird erstmals einer der Hauptverantwortlichen zur Rechenschaft gezogen. Der frühere Mathematiklehrer Kaing Guek Eav („Duch“) leitete das Foltergefängnis S-21, wo auf seinen Befehl mehr als 12 000 Menschen gefoltert und ermordet wurden. Er tauchte unter, als die Vietnamesen die Roten Khmer im April 1979 vertrieben, und wurde erst 1999 von einem Journalisten aufgespürt. Duch ist unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. „Ich bin allein und voll verantwortlich für den Tod von 12 000 Menschen“, sagte er in seinem Schlussplädoyer. Zum Erstaunen des Gerichts verlangte er aber dann überraschend seine Freilassung. Sein Anwalt argumentierte, er habe nur Befehle befolgt. dpa

THAILAND

Bombenexplosion in Bangkok

Bangkok - Zwei Monate nach den schweren Unruhen in Thailand hat eine Bombenexplosion in der Hauptstadt Bangkok eine wichtige Nachwahl überschattet. Mindestens neun Menschen wurden bei der Explosion an einer Bushaltestelle zum Teil schwer verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Bei der Nachwahl ging es nur um einen Parlamentssitz, doch herrschte eine gespannte Atmosphäre. Vizeaußenminister Panich Vikitseth setzte sich mit 50,2 Prozent der Stimmen gegen einen derzeit inhaftierten und wegen Terrorismus angeklagten Anführer der Opposition durch, Kokaew Pikultong. Hunderte Polizisten waren im Einsatz. Kokaew unterlag mit 42,6 Prozent. Er gehört der Oppositionspartei Puea Thai an und hatte in seinem Video-Wahlkampf Regierungschef Abhisit Vejjajiva als Diktator bezeichnet. dpa

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