NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

KIRGISTAN

Deutschland will OSZE-Aktionsplan

Almaty - Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) soll nach dem Willen Deutschlands und Frankreichs in dem zentralasiatischen Unruhestaat Kirgistan eine stärkere Rolle übernehmen. Außenminister Guido Westerwelle und sein Kollege Bernard Kouchner erwarteten beim OSZE-Außenministertreffen in Kasachstan, dass die Polizeimission und eine internationale Untersuchung der blutigen Unruhen vom Juni die Lage im Land stabilisieren sollen. Dafür zeichne sich Konsens ab, hieß es am Samstag aus Delegationskreisen in Ak Bulak bei Almaty. Die OSZE hatte sich mit Kirgistan grundsätzlich auf eine Polizeimission geeinigt. Danach sollen zunächst 52 Polizisten für vier Monate ins Land geschickt werden. dpa

UGANDA

20 Festnahmen nach Anschlägen

Kampala - Knapp eine Woche nach den Terroranschlägen in Uganda hat die Polizei rund 20 Verdächtige festgenommen. Unter ihnen seien Somalier und Pakistaner sowie vier Äthiopier, berichtete die staatliche Zeitung „New Vision“. Bei den Sprengstoffanschlägen auf ein äthiopisches Restaurant und einen Sportclub waren am vergangenen Sonntag mehr als 70 Menschen getötet worden. Sie hatten das WM-Finale verfolgt. Zu den Anschlägen bekannte sich die radikalislamische Al- Shabaab-Miliz aus Somalia. Die Zeitung „Daily Monitor“ berichtete unter Berufung auf Polizeichef Kale Kayihura, im benachbarten Kenia sei ein ugandischer Terrorverdächtiger festgenommen worden. Uganda stellt mehr als die Hälfte der Friedenstruppen der Afrikanischen Union in Somalia. Der Anschlag war der erste von Al Shabbab außerhalb Somalias. dpa

FRANKREICH

Krawalle nach Polizeischüssen

Paris - Nach tödlichen Schüssen von Polizisten auf einen mutmaßlichen Räuber ist es in Grenoble im Südosten Frankreichs zu Krawallen gekommen. Randalierer griffen in einem Vorort der Stadt eine Straßenbahn an und setzten 30 Autos in Brand. Die Polizei teilte am Samstag mit, auf Beamte sei geschossen worden, und die Polizisten hätten das Feuer erwidert. Bei dem Zwischenfall gab es keine Verletzten. Die Auseinandersetzungen in der als arm geltenden Vorstadt Villeneuve, dem Wohnort des Erschossenen, dauerten die ganze Nacht an. Innenminister Brice Hortefeux wollte sich im Laufe des Tages in Grenoble ein Bild von der Lage machen. rtr

KUBA

Castro-Tochter fordert Veränderung

Hamburg - Die Tochter des kubanischen Staatspräsidenten Raúl Castro, Mariela, hat sich für schrittweise Reformen in ihrem Land ausgesprochen. „Wir brauchen Veränderungen“, sagte Mariela Castro dem „Spiegel“. „Wir müssen eine attraktivere Politik für die Jugend machen, damit die auch wirtschaftlich einen Sinn darin sieht zu bleiben. Wir brauchen Wachstum und bessere Lebensqualität für alle.“ Die Tochter des Staatschefs, Jahrgang 1962, ist Direktorin des Nationalen Zentrums für Sexualerziehung in Kuba. Sie gilt als Vorkämpferin für eine moderne Sexualpolitik und mehr Rechte für Homosexuelle. Gegen Kritiker der kommunistischen Führung grenzte sie sich scharf ab. Dissidenten seien „von Washington bezahlte Söldner“, sagte sie. Für seine Meinung werde in Kuba niemand bestraft. „Wenn freie und unbequeme Gedanken bei uns unter Strafe stünden, wäre ich eine gute Kandidatin für das Gefängnis“, sagte die Psychologin und dreifache Mutter. Mariela Castro kommt nach „Spiegel“-Angaben Anfang August zum ersten Mal nach Deutschland. Sie will den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) treffen und am Christopher Street Day in Hamburg teilnehmen. epd

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