NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

DEUTSCHLAND

Ex-Staatssekretär Pfahls

und Lobbyist Holzer verhaftet

Augsburg - Der frühere Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls und der Lobbyist Dieter Holzer sind nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ am Mittwoch verhaftet worden. Dies Bestätigte der Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft, Matthias Nickolai. Bei der Staatsanwaltschaft Augsburg sei gegen Pfahls ein Verfahren anhängig, weil er sich gegenüber Gläubigern als vermögenslos dargestellt haben soll, tatsächlich aber über hohe Vermögenswerte verfüge. Der Geschäftsmann Dieter Holzer soll Pfahls Beihilfe geleistet haben. Der frühere Staatssekretär im Verteidigungsministerium in der Regierung des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) war im August 2005 wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Pfahls hatte gestanden, vom Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber für die Förderung von Rüstungsgeschäften 3,8 Millionen Mark kassiert zu haben. AFP

Regierung sieht

keine Widersprüche zu Afghanistan

Berlin - Die Bundesregierung ist Darstellungen entgegengetreten, es gebe Widersprüche in der Einschätzung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr zwischen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP). „Zuversicht und Augenmaß sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans in Berlin. Während Westerwelle vergangene Woche im Bundestag gesagt hatte, die ersten Provinzen in Afghanistan könnten „im ersten Halbjahr 2011“ an afghanische Sicherheitskräfte übergeben werden, sagte Guttenberg, ein Abzug ab 2011sei „ein ehrgeiziges Ziel“, das sich „an der Verantwortung messen lassen“ müsse. AFP

Studie: Einwanderer deutlich

besser integriert als angenommen

Gütersloh - In Fragen von Familie und Beruf zeigen sich Migranten stärker in Deutschland integriert als angenommen. Nach einer von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Studie gibt es zwischen Bürgern mit oder ohne Migrationshintergrund „mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes“. Die Karriereorientierung ist bei Migranten eher stärker ausgeprägt. Insbesondere junge Migranten seien stark leistungsorientiert. Männer mit Migrationshintergrund sind mit 86 Prozent stärker am Weiterkommen interessiert als Männer ohne ausländische Wurzeln. Die Ergebnisse widerlegen nach Ansicht der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Liz Mohn, „Vorurteile über Menschen anderer Herkunft.“ AFP

DEUTSCHLAND/WEISSRUSSLAND

Auswärtiges Amt bestellt weißrussischen Botschafter ein

Berlin - Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Weißrussland und der anschließenden Niederschlagung regierungskritischer Proteste hat das Auswärtige Amt den weißrussischen Botschafter einbestellt. Andrej Giro sei die „Erwartungshaltung der Bundesregierung“ übermittelt worden, „unverzüglich alle Verhafteten freizulassen und in Dialog mit der Opposition zu treten“, teilte das Außenministerium mit. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) führte am Dienstag zudem ein Telefonat mit US-Außenministerin Hillary Clinton.AFP

ARGENTINIEN

Ex-Diktator Videla muss

lebenslang ins Gefängnis

Cordoba - Wegen der Folter und Ermordung von Oppositionellen ist der frühere argentinische Diktator Jorge Videla zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Cordoba befand den 85-Jährigen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig. Richterin Maria Elba Martinez sprach bei der Urteilsverkündung von „Staatsterrorismus“. Videla hatte 1976 einen Putsch mitangeführt und stand bis 1981 an der Spitze der Militärjunta. Während seiner Herrschaft wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 30 000 Menschen ermordet oder verschwanden spurlos. Der Ex-Diktator wurde 1985 zu lebenslanger Haft verurteilt. Fünf Jahre später wurde er durch ein Amnestiegesetz begnadigt. Diese Entscheidung wurde als verfassungswidrig eingestuft. AFP

KOREA

Seoul demonstriert Pjöngjang militärische Stärke

Seoul - Während sich der Koreakonflikt gerade leicht entspannt, hat Südkorea seine bislang größte Militärübung mit scharfer Munition angekündigt. Nach dem Manöver in einem umstrittenen Seegebiet zu Wochenbeginn – auf das Nordkorea entgegen Befürchtungen nicht militärisch reagiert hatte – setzt die Regierung in Seoul im Umgang mit ihrem kommunistischen Nachbarstaat weiter auf Abschreckung. An diesem Donnerstag soll eine Übung stattfinden mit so großem Soldatenaufgebot wie nie zuvor bei einem Manöver in Friedenszeiten, erklärte Südkoreas Armee. Am 23. November hatte der Norden nach einem Manöver des Südens dessen Insel Yeonpyeong beschossen und vier Menschen getötet. Dies war der schwerwiegendste Angriff seit Ende des Koreakriegs 1953. rtr/Tsp

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