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AFGHANISTAN

Karsai droht Machtkampf

Kabul - Afghanistan steht vier Monate nach der Parlamentswahl vor einer schweren innenpolitischen Krise: Hunderte neu gewählte Abgeordnete sind auf Konfrontationskurs zu Präsident Hamid Karsai gegangen, der die erste Sitzung des Parlaments erneut um einen Monat verschoben hatte. Dennoch will eine große Gruppe von Parlamentariern an diesem Sonntag tagen, wie afghanische Medien berichteten. Ein Sondergericht untersucht noch immer etwa 400 Vorwürfe von Betrug und Manipulation während der Wahl Mitte September. Karsai hatte argumentiert, die Verschiebung der Eröffnungssitzung sei nötig, damit diese Fälle geklärt werden könnten. Die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) erklärte, sie sei „zutiefst beunruhigt und überrascht“ über den Schritt Karsais, die erste Sitzung zu verschieben. Ein US-Regierungssprecher sagte, die USA unterstützten die Haltung der UN. epd/AFP

IRLAND

Premier gibt Parteivorsitz auf

Dublin - Die Regierungskrise im hoch verschuldeten Irland hat am Samstag eine neue Wendung genommen: Der schwer angeschlagene Ministerpräsident Brian Cowen trat vom Vorsitz der Regierungspartei Fianna Fail zurück, bleibt aber bis zu den vorgezogenen Wahlen im März Regierungschef. Die Trennung beider Ämter ist höchst ungewöhnlich. Cowens Pläne für eine Kabinettsumbildung hatten mehrere Minister aus der Regierung getrieben - darunter auch Außenminister Micheal Martin. Er gilt nun als Favorit für den Parteivorsitz. Martin und Finanzminister Brian Lenihan erklärten bereits am Abend, sie würden kandidieren. Der Verteidigungsminister will sich später entscheiden. Der neue Fianna-Fail-Chef soll kommende Woche bestimmt werden. Cowen hatte vergangene Woche noch die Vertrauensfrage in seiner Partei überstanden. rtr

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