NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

JEMEN

Ein Toter bei Demonstrationen

Sanaa - Sicherheitskräfte des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih sind mit aller Härte gegen friedliche Demonstranten in der Hauptstadt Sanaa vorgegangen. Sie setzten in der Nacht zum Mittwoch Schusswaffen und Tränengas ein, mindestens 80 Menschen wurden verletzt, wie Augenzeugen berichteten. Ein Demonstrant starb später im Krankenhaus. Tausende Menschen hatten erneut den Rücktritt Salihs verlangt. Die Bereitschaftspolizei schritt brutal ein, als sich dem Protest vor der Universität Stammesangehörige aus einer Vorstadt von Sanaa anschließen wollten. Der Geheimdienst entließ indes 33 Mitglieder des jemenitischen Al-Qaida-Ablegers aus dem Gefängnis, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Beim Aufruhr in einem Gefängnis am Dienstag erschossen Wächter mindestens einen Häftling. dpa

SYRIEN

Menschenrechtler entlassen

Damaskus - Der syrische Menschenrechtsanwalt Hajtham Maleh ist am Dienstag im Zuge einer Generalamnestie aus der Haft entlassen worden. Der 80-Jährige habe nach Hause zurückkehren können, teilte die syrische Organisation zur Überwachung der Menschenrechte mit. Demnach kam Maleh eine am Montag von Präsident Baschar el Assad verkündete Generalamnestie zugute, bei der bestimmte alte und kranke Gefangene begnadigt wurden. Der Präsident der syrischen Menschenrechtsliga, Abdel Karim Rihaui, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Maleh sei der einzige politische Gefangene, der von der Amnestie profitiert habe. „Wir hoffen auf eine Generalamnestie, die allen politischen Gefangenen zugutekommt“, sagte Rihaui. Zwölf Menschenrechtsgruppe forderten unterdessen in einem Aufruf das Ende des seit 48 Jahren andauernden Ausnahmezustandes. AFP

SUDAN

Polizei gegen Frauendemo

Nairobi/Khartum - Sie wollten gegen Gewalt gegen Frauen demonstrieren und bekamen die Schlagknüppel der sudanesischen Sicherheitskräfte zu spüren. Mehr als 40 Frauen wurden am Dienstag in der sudanesischen Stadt Omdurman geschlagen und festgenommen, berichtete die Zeitung „Sudan Tribune“ am Mittwoch unter Berufung auf Augenzeugen. Die Proteste am internationalen Frauentag richteten sich gegen Menschenrechtsverletzungen an Frauen im Sudan und die Vergewaltigung einer jungen Regimegegnerin nach Demonstrationen Ende Januar. dpa

TUNESIEN

Regierungspartei aufgelöst

Tunis - Knapp zwei Monate nach dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali hat ein Gericht in der Hauptstadt Tunis dessen frühere Partei RCD aufgelöst. Der Besitz der einstigen Regierungspartei solle vom Finanzministerium des Landes abgewickelt werden, erklärten die Richter in erster Instanz am Mittwoch. Hunderte Menschen im Gerichtssaal brachen nach Bekanntgabe des Richterspruchs in lauten Jubel aus. Sie riefen „RCD verschwinde“, „Freiheit für Tunesien“ und „Oh Märtyrer, der Kampf geht weiter“. Der tunesische Innenminister Farhat Rajhi hatte vor zweieinhalb Wochen die Auflösung der RCD beantragt. Der Partei war bereits seit Anfang Februar jegliche politische Betätigung verboten. Seit dem Sturz Ben Alis am 14. Januar hatten die Demonstranten die Auflösung Partei gefordert. AFP

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