NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

LIBYEN

Ölminister Ghanem setzt sich ab

und läuft zu Rebellen über

Kairo - Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi und sein Regime haben am Dienstag im Kampf um den Machterhalt einen weiteren Rückschlag erlitten. Nach Außenminister Moussa Koussa setzte sich mit Ölminister Shokri Ghanem jetzt ein zweiter hochrangiger Politiker ins Ausland ab und lief zu den Rebellen über. Wie der Finanzminister der Aufständischen, Ali Tarhouni, sowie ein hoher tunesischer Sicherheitsbeamter bestätigten, ist Ghanem seit dem Wochenende außer Landes. Er soll sich in einem Hotel auf der tunesischen Insel Dscherba aufhalten. Ghanem, der lange Jahre ein enger Vertrauter von Gaddafi-Sohn Saif al Islam war, war von 2003 bis 2006 Premierminister Libyens. Unter seiner Regie vollzog das über zwei Jahrzehnte international isolierte Land erste Schritte einer Öffnung und Modernisierung. Nach seinem Sturz 2006 wechselte Ghanem an die Spitze der „National Oil Corporation“, die sämtliche Ölverträge aushandelt und die Öleinnahmen überwacht. Erst am Montag waren vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gegen Gaddafi, seinen Sohn Saif al Islam sowie den libyschen Geheimdienstchef Haftbefehle wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ beantragt worden. In der Nacht zu Dienstag schossen Nato-Jets zwei große Behördenkomplexe in Tripolis in Brand. Russlands Außenminister Sergej Lawrow rief das libysche Regime nach einem Treffen mit Gesandten Gaddafis auf, die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung sofort zu beenden. M.G.

RUANDA

Ehemaliger Armeechef

zu 30 Jahren Haft verurteilt

Nairobi/Arusha - Der ehemalige ruandische Armeechef Augustin Bizimungu ist am Dienstag wegen seiner Beteiligung am Völkermord in dem ostafrikanischen Land zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda im tansanischen Arusha verurteilte ihn unter anderem wegen der Ermordung tausender Angehöriger der Volksgruppe der Tutsi in der Stadt Ruhengeri. dpa

ITALIEN

Schlappe für Berlusconi

bei Kommunalwahlen

Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat bei den Kommunalwahlen eine herbe Schlappe vor allem in seiner Hochburg Mailand einstecken müssen. Seine Kandidatin für das Amt des Bürgermeisters, Letizia Moratti, muss überraschend in die Stichwahl und liegt dabei deutlich hinter ihrem linken Herausforderer Giuliano Pisapia. Die wichtigen Nordmetropolen Turin und Bologna bleiben in linker Hand, das Mitte- Rechts-Lager aus Berlusconis PdL (Volk der Freiheit) und der populistischen Lega Nord muss Verluste verbuchen. Chancen kann sich Berlusconi dagegen noch bei der Stichwahl in zwei Wochen in der bisher links regierten kampanischen Metropole Neapel ausrechnen. Der umstrittene Ministerpräsident hatte die zweitägigen Wahlen in mehr als 1300 Gemeinden und elf Provinzen zu einem „nationalen Test“ seiner Mitte-Rechts-Regierung ausgerufen. Das schlechte Ergebnis verschärft die Spannungen in der Regierungskoalition. dpa

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