NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

SYRIEN

Tote bei Demonstrationen

Amman - In Syrien haben sich Demonstranten am Freitag vom gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte nicht abbringen lassen. Tausende Menschen gingen Bewohnern zufolge in mehreren Städten trotz eines massiven Aufgebots der Staatsgewalt auf die Straße. Ungeachtet eines Appells der G8-Staaten ließ Präsident Baschar al Assad offenbar weiter in die Mengen schießen: Mindestens acht Demonstranten kamen Menschenrechtlern zufolge in einem Außenbezirk der Hauptstadt Damaskus ums Leben. Den Angaben nach wurden in rund zehn Wochen mindestens 1000 Menschen getötet. In der Stammesregion Deir al Sor an der Grenze zum Irak seien bei zwei Protestmärschen Schüsse gefallen, berichteten Bewohner. Auch zehn Wochen nach Ausbruch der Demonstrationen haben die Proteste offenbar keine ausreichend kritische Masse erreicht. Massenaufläufe können durch das Aufgebot der Sicherheitskräfte vielfach verhindert werden. rtr

SPANIEN

Polizei räumt Protestcamp

Barcelona - Unter Einsatz von Gummigeschossen und Schlagstöcken hat die spanische Polizei ein Protestcamp im Zentrum von Barcelona geräumt. Zwölf Menschen wurden im Krankenhaus behandelt, mehr als hundert erlitten nach Angaben der Rettungsdienste leichte Verletzungen, darunter 37 Polizisten. Die Regierung in Madrid plante, auch das Protestcamp in der Hauptstadt räumen zu lassen. Rund 50 Demonstranten errichteten auf der Plaza de Catalunya in Barcelona eine Sitzblockade. Fernsehbilder zeigten, wie Polizisten mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vorgingen und sie wegtrugen. Die Blockade war binnen Minuten aufgelöst, doch etwa hundert Demonstranten gruppierten sich neu. Später verließ die Polizei den Platz, woraufhin tausende Demonstranten dorthin strömten. Seit dem 15. Mai demonstrieren in vielen Städten Spaniens junge Menschen gegen den Sparkurs der Regierung und die hohe Arbeitslosigkeit. AFP

JEMEN

Luftwaffe bombardiert Rebellen

Sanaa/Kairo - Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und aufständischen Stammeskämpfern in Jemen weiten sich aus. Die Luftwaffe des bedrängten Präsidenten Ali Abdullah Salih bombardierte am Freitag einen Armeestützpunkt 75 Kilometer nordöstlich von Sanaa. Wenige Stunden zuvor hatten Kämpfer des oppositionellen Stammesscheichs Sadik al Ahmar das Lager erobert, berichteten Oppositionsmedien. Die Stammeskämpfer aus dem Norden des Landes hatten den Stützpunkt angegriffen, um zu verhindern, dass das Salih-treue Militär Verstärkungen nach Sanaa bringt. Dort liefern sich seit Montag Regierungstruppen und Al-Ahmar-Milizen heftige Gefechte. Bei den Kämpfen im Zentrum von Sanaa wurden bislang mehr als 100 Menschen getötet, unter ihnen Regierungssoldaten, Stammeskämpfer und Zivilisten. Ungeachtet dessen rief die Opposition zu neuen Massenprotesten gegen Salih in Sanaa auf. dpa

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