NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

SYRIEN

Massenflucht

nach Angriff auf Grenzdorf

Güvecci - Nach einem Vorstoß syrischer Regierungstruppen in das Grenzdorf Chirbet al-Dschoos sind hunderte Syrer in die Türkei geflüchtet. Ein syrischer Aktivist an der Grenze sagte, er habe 30 Panzer und 15 Busse der Armee gesehen, die am Donnerstag in das Dorf eingedrungen seien. Anschließend seien Schüsse zu hören gewesen. Dutzende Familien aus Chirbet al-Dschoos, die sich in Erwartung eines Angriffs außerhalb des Dorfes versteckt hätten, seien daraufhin in Panik in Richtung Grenze geflohen. Dort seien sie von der türkischen Armee mit 20 Bussen abgeholt und in eine Kaserne gebracht worden. dpa

WEISSRUSSLAND

450 Regierungsgegner

festgenommen

Minsk - Bei Protesten in Weißrussland gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko sind etwa 450 Regierungsgegner sowie mindestens fünf Journalisten festgenommen worden. „Sie haben wahllos Menschen mitgenommen“, sagte der Menschenrechtler Oleg Woltschek in der Hauptstadt Minsk nach Angaben der unabhängigen Agentur Belapan. Mehrere Demonstranten waren am Donnerstag noch in Gewahrsam. In etwa 30 Städten hätten sich am Mittwochabend Tausende an den nicht genehmigten Kundgebungen beteiligt, meldete Belapan. Aktivisten rufen in der Ex-Sowjetrepublik nach arabischem Vorbild über soziale Netzwerke zu Aktionen an jedem Mittwoch auf. dpa

TÜRKEI

Kurdenpartei beschließt

Parlamentsboykott

Istanbul - Kurdische Politiker in der Türkei wollen das neu gewählte Parlament ihres Landes boykottieren. Das entschieden die Abgeordneten der Kurdenpartei BDP am Donnerstag in einer Sondersitzung im südostanatolischen Diyarbakir, wie türkische Nachrichtensender meldeten. Sie protestieren damit gegen die Aberkennung des Mandats eines ihrer Abgeordneten. Die Boykottentscheidung ist eine Reaktion auf einen Beschluss des türkischen Wahlrats in Ankara. Der Rat hatte den Parlamentssitz des in Untersuchungshaft sitzenden Politikers Hatip Dicle wegen einer Verurteilung in einem anderen Prozess annulliert. Die Entscheidung des Wahlrats ist heftig umstritten, weil die Behörde Dicles Kandidatur zugelassen hatte, nun aber plötzlich das Mandat nicht anerkannte. AFP

BAHRAIN

Drakonische Strafen

für Oppositionelle

Manama/Berlin - Ein Militärgericht in Bahrain hat drakonische Strafen gegen Oppositionelle verhängt. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten mit Hilfe eines anderen Staates ein Komplott zum Sturz des Regimes geschmiedet. Sieben der im Gerichtssaal anwesenden Angeklagten wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur BNA zu lebenslanger Haft verurteilt. Unter ihnen ist der Vorsitzende der Hak-Bewegung, Hassan Muschaima, der erst im vergangenen Februar aus dem Exil zurückgekehrt war. Auch der Gründer des Bahrainischen Menschenrechtszentrums, Abdulhadi al Khawaja, der regionaler Leiter von Frontine Defenders, einer Organisation zur Ausbildung und zum Schutz von Menschenrechtlern ist, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine Tochter Maryam (24), die Außenbeauftragte des Zentrums ist, hat gerade in Deutschland auf die brutalen Menschenrechtsverletzungen in Bahrain aufmerksam gemacht (siehe Porträt auf der Meinungsseite des Tagesspiegels vom 22.6.). an

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