NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

VATIKAN

Streit mit Irland

über Missbrauchsdebatte

Vatikanstadt - Die Spannungen zwischen dem Vatikan und Irland wegen des Umgangs des Kirchenstaats mit dem Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern weiten sich aus. Der Vatikan beorderte am Montag seinen Botschafter aus Dublin zurück in den Kirchenstaat. Der Papst zieht mit dieser sehr seltenen diplomatischen Geste die Konsequenzen aus massiver Kritik im irischen Parlament in der vergangenen Woche. Irland Regierungschef Enda Kenny hatte dem Vatikan in einer Rede vor den Abgeordneten vorgeworfen, Vergewaltigung und Folter von Kindern durch Priester heruntergespielt zu haben, nur um dem Ruf der Kirche nicht zu schaden und ihre Macht abzusichern. Das Parlament in Dublin hatte eine Resolution verabschiedet, in der die Rolle des Vatikans im Missbrauchsskandal kritisch bewertet wird. Unter anderem hieß es, der Vatikan habe mit dazu beigetragen, Regelungen zum Kinderschutz auszuhöhlen. rtr

BIRMA

Suu Kyi trifft erstmals

Vertreter der neuen Regierung

Rangun - Birmas Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (66) ist erstmals formell mit einen Vertreter der seit April amtierenden Regierung zusammengetroffen. Sie unterhielt sich für 70 Minuten mit Arbeitsminister Aung Kyi. „Dies war der erste Schritt von vielen für unsere weitere Zusammenarbeit“, sagte der Minister anschließend vor der Presse. „Wenn es dem Wohl des Volkes dient, spreche ich mit jedem“, sagte Suu Kyi. dpa

TÜRKEI

Haftstrafe für Mörder

von Hrant Dink

Istanbul - Ein Gericht in Istanbul hat am Montag den Mörder des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und zehn Monaten verteilt. Der Verurteilte Ogün Samast sei auch des unerlaubten Waffenbesitzes für schuldig befunden worden, berichteten türkische TV-Sender weiter. Dink war 2007 auf offener Straße in Istanbul erschossen worden. Der Anschlag hatte in der Türkei und international Bestürzung ausgelöst. Dink, Herausgeber der türkisch-armenischen Wochenzeitung „Agos“, war ins Visier türkischer Ultranationalisten geraten, weil er die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als „Völkermord“ bezeichnet hatte. dpa

AFGHANISTAN

Zeitung: USA finanzieren

indirekt Taliban

Washington - Die USA finanzieren unbeabsichtigt Waffenkäufe und Operationen der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan. Eine interne Untersuchung der US-Streitkräfte habe ans Licht gebracht, dass Millionen von Dollar über dunkle und verzweigte Kanäle am Ende in den Taschen der Extremisten landeten, berichtete die „Washington Post“ am Montag. Bei vier der acht untersuchten Vertragsfirmen für Lastwagentransporte gebe es „dokumentierte und glaubhafte Hinweise auf Verstrickung in kriminelle Unternehmungen oder Unterstützung des Feindes“. Ein ranghoher Beamter des US-Verteidigungsministeriums kündigte eine radikale Reform der Auftragsvergabe an Transportunternehmen am Hindukusch an. dpa

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