NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

NAHOST

Tote und Verletzte

bei neuen Protesten in Syrien

Beirut/Amman - In Syrien reagiert das Regime offenbar weiter mit Gewalt auf die anhaltenden Proteste der Opposition. In Baba Amr bei Homs hätten Sicherheitskräfte am Sonntag wahllos auf Demonstranten geschossen, berichteten Oppositionelle. Es seien 15 Menschen verletzt worden. Andere Quellen berichten von acht getöteten Zivilisten im benachbarten Hama und der angrenzenden Provinz Idlib. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete hingegen, in der bei Hama gelegenen Stadt Mhardat seien sechs Militärangehörige und drei Zivilbeschäftigte bei einem Anschlag getötet worden. Da die syrischen Behörden die meisten ausländischen Medien des Landes verwiesen haben, ist es nur schwer möglich, eine unabhängige Bestätigung für solche Meldungen zu bekommen. Eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz begann inzwischen in Damaskus Gespräche mit den Machthabern. Dabei soll es um die Versorgung von Kranken und Verwundeten sowie den Zugang zu inhaftierten Regimegegnern gehen. dpa/rtr

FRANKREICH

Prozess gegen Chirac

droht zu platzen

Paris - Es hätte der Prozess des Jahres sein sollen. Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Zu dem Verfahren, das am heutigen Montag vor einem Pariser Strafgericht gegen ihn beginnt, wird Expräsident Jacques Chirac nicht erscheinen. Am Wochenende legten seine Anwälte dem Gericht das Gutachten eines Neurologen vor, nachdem der 78-Jährige wegen Gedächtnisschwächen nicht mehr verhandlungsfähig sei. In einem Begleitbrief betont Chirac, dass das Verfahren gegen ihn wie gegen jeden anderen Bürger geführt werden solle, bittet jedoch darum, dass seine Anwälte ihn vertreten mögen. Das Gericht muss jetzt entscheiden, ob es ein Gegengutachten anfordert oder den Prozess ohne ihn führt. Chirac und neun Mitangeklagten werden Veruntreuung und Vorteilsnahme vorgeworfen. Dabei geht es um fiktive Jobs, mit denen Chirac in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister politische Freunde bediente. Ohne den Hauptverantwortlichen würde der Prozess gegen die Mitangeklagten, wie einer ihrer Anwälte sagte, sinnlos. hhb

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