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Forscher korrigieren Geburtenrate: Frauen bekommen doch mehr Kinder

Rostock - Die Geburtenrate in Deutschland ist Forschern zufolge höher als bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung in Rostock gehen laut einer am Montag veröffentlichten Untersuchung von einer Durchschnittsrate von 1,6 Kindern pro Frau aus. Sie korrigierten damit die amtlichen Geburtenraten nach oben, die bezogen auf das Jahr 2010 bislang von 1,46 Kindern pro Frau im Osten und 1,39 Kindern im Westen ausgingen. Die offiziellen Zahlen unterschätzen nach Angaben der Max-Planck-Forscher, dass Frauen die Geburt ihrer Kinder immer weiter aufschieben und damit die endgültige Kinderzahl nicht absehbar ist. Werde dieser Effekt herausgerechnet, liege die Rate höher. Die Wissenschaftler stützen sich auf eine Zeitreihe von Krankenhausdaten, die Auskunft über das Alter der Frauen beim ersten, zweiten und weiteren Kindern gibt. Auf dieser Grundlage errechneten sie für die Jahre 2001 bis 2008 eine Geburtenrate von 1,6 Kindern pro Frau. Dabei beobachteten die Forscher eine Trendumkehr: Nach jahrzehntelangem Rückgang stiegen die Geburtenzahlen in Deutschland demnach wieder leicht an. „Die Geburtsjahrgänge um 1970 scheinen die Trendwende zu markieren“, erklärte die Demografin Michaela Kreyenfeld. Frauen, die in den 1970er Jahren und später geboren wurden, bekämen offenbar wieder mehr Kinder. Zugleich werden die Mütter immer älter. 2008 wurden ostdeutsche Frauen im Schnitt mit 27,5 Jahren Mutter, im Westen mit 28,5 Jahren. AFP

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