NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Bundestag beschließt

Familienpflegezeit

Berlin - Arbeitnehmer sollen es künftig leichter haben, ihren Job und die Pflege von Angehörigen unter einen Hut zu bringen. Mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition beschloss der Bundestag am Donnerstag die Einführung der Familienpflegezeit. SPD, Linke und Grüne stimmten dagegen. So sollen Beschäftigte die Möglichkeit haben, zur Pflege eines Angehörigen ihre Arbeitszeit maximal zwei Jahre lang auf bis zu 15 Stunden pro Woche zu reduzieren. Dabei soll es einen Lohnausgleich geben: Wer zum Beispiel nur noch 50 Prozent arbeitet, soll weiter 75 Prozent des letzten Bruttogehalts bekommen. Das zu viel gezahlte Geld wird nach der Pflegezeit verrechnet. dapd

Karlsruhe erschwert

Zwangstherapie psychisch Kranker

Karlsruhe - Das Bundesverfassungsgericht hat die medizinische Zwangsbehandlung psychisch kranker Straftäter weiter erschwert. Solche Maßnahmen dürften nur unter strengen Auflagen erfolgen, bekräftigten die Karlsruher Richter in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss. Der Zweite Senat erklärte nun auch eine Vorschrift im baden-württembergischen Unterbringungsgesetz für verfassungswidrig und nichtig. Sie verstoße gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht bereits eine Bestimmung in Rheinland-Pfalz gekippt. dapd

Zahl traumatisierter Soldaten

steigt weiter

Berlin - Die Zahl der in Afghanistan traumatisierten Bundeswehrsoldaten schnellt weiter in die Höhe. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ließen sich bereits 587 aus dem Einsatz am Hindukusch zurückgekehrte Soldaten wegen posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) behandeln und damit mehr als im gesamten Jahr 2010 (557). Insgesamt registrierte der Sanitätsdienst der Bundeswehr in den ersten drei Quartalen 715 PTBS-Fälle im Vergleich zu 729 im Vorjahr. dpa

Missbrauchsopfer wehren sich

gegen Pfeiffers Studie

Berlin - Die Bundesinitiative der Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Kindesalter haben massive Zweifel geäußert, dass die Zahl der Vergewaltigungen und des sexuellen Missbrauchs junger Menschen zurückgeht. Ihr seien „zahlreiche aktuelle Fälle bekannt“, die das Gegenteil bewiesen, erklärte die Initiative. Das Kriminologische Forschungsinstitut von Niedersachsens früherem Justizminister Christian Pfeiffer hatte die Zahlen am Dienstag vorgestellt. Pfeiffer und Bundesforschungsminister Annette Schavan (CDU) sprachen dabei von einem „deutlichen Rückgang“ der Fälle in den letzten 20 Jahren. Tsp

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