NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

PAKISTAN/DEUTSCHLAND

Störten Deutsche Taliban-Verbindungen?

Islamabad/Berlin - Nachdem am Wochenende drei Deutsche aus dem pakistanischen Peshawar verwiesen worden sind, hat das Auswärtige Amt (AA) in Berlin am Montag den Geschäftsträger der Botschaft einbestellt. Das Amt wollte Berichte nicht bestätigen, dass die drei Mitarbeiter des BND seien. Der Vorfall, von dem „diplomatisch angemeldete Mitarbeiter der Botschaft in Islamabad betroffen“ waren, sei „aufklärungsbedürftig“, hieß es im AA. Man erwarte, dass die Verpflichtungen aus dem Wiener Übereinkommen eingehalten werden. Die Mitarbeiter seien in Islamabad. Offenbar arbeiteten sie seit längerem mit Einverständnis Pakistans in Peshawar. Aus pakistanischen Quellen wird eine Verbindung der Deutschen zu den Verhandlungen mit den Taliban über einen Frieden in Afghanistan gezogen. „Viele Akteure machen dort ihr eigenes Ding. Es gibt keinen Konsens über die Verhandlungen mit den Taliban“, sagte ein hochrangiger Vertreter Pakistans dem Tagesspiegel. Offiziell wird den Deutschen vorgeworfen, sie hätten keine Aufenthaltsgenehmigung für Peshawar. Diese Frage spielte beim Gespräch im AA jedoch keine Rolle. mue

EU

Brüssel lockert Sanktionen

gegen Birma

Brüssel - Die EU Union lockert als Reaktion auf Reformen in Birma ihre Sanktionen gegen das Land in Südostasien. Zunächst dürfen Präsident Thein Sein, seine Stellvertreter, Kabinettsmitglieder und die Parlamentsvorsitzenden zukünftig einreisen, beschlossen die Außenminister am Montag in Brüssel. Sie lobten den vorsichtigen Wandel, die Freilassung von politischen Gefangenen sowie die Versuche zur Aussöhnung mit den ethnischen Minderheiten und wollen weitere Erleichterungen prüfen. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang dürfte sein, ob die Nachwahlen am 1. April, bei denen auch Aung San Suu Kyi antritt, wirklich frei sein werden, wie vom Präsidenten angekündigt. Tsp

KENIA

Kenianische Top-Politiker sollen wegen blutiger Gewalt vor Gericht

Nairobi/Den Haag - Vier Jahre nach den blutigen Unruhen in Kenia will der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag vier Top-Politikern den Prozess machen. Ihnen wird vorgeworfen, massenweise Morde, Vergewaltigungen und Vertreibungen organisiert und geschürt zu haben, die Kenia nach den Präsidentenwahlen Ende 2007 erschüttert hatten, wie es am Montag hieß. Kenia war damals an den Rand eines Bürgerkriegs geraten. Bei den Ausschreitungen kamen mehr als 1300 Menschen ums Leben. 600 000 Menschen flüchteten vor den Kämpfen zwischen zwei Stämmen. Zu den Angeklagten gehören zwei prominente Politiker, die bei den Präsidentschaftswahlen Anfang 2013 kandidieren wollen. Einer ist der Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta, Uhuru Kenyatta, der zum Stamm der Kikuyu gehört und derzeit Vize-Ministerpräsident ist. Der andere ist der frühere Bildungsminister William Ruto, der Millionen Anhänger beim Stamm der Kalenjin hat. dpa

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