NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Wahlkreise vor

einem Neuzuschnitt?

Berlin - Der Bundestag muss die Wahlkreise künftig möglicherweise allein nach der Zahl der Wahlberechtigten einteilen – und nicht wie bisher auf Grundlage der gesamten Wohnbevölkerung, also einschließlich der Minderjährigen. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Gleichheitsgrundsatz knüpft laut Gericht am Wahlrecht an – und das haben nur Erwachsene. Einen ausdrücklichen Auftrag für eine Gesetzesänderung gab Karlsruhe nicht. Die Statistik zeige aber, so die Richter, dass der Anteil Minderjähriger regional nicht mehr so gleichmäßig sei, dass dies zu vernachlässigen wäre. Vor der Wahl 2009 war ungefähr jeder siebte Wahlkreisbewohner jünger als 18 Jahre. In ostdeutschen Wahlkreisen waren es oft weniger. Berlin liegt im Bundesschnitt. afk

Gegen Gauck: Linke redet

mit Beate Klarsfeld

Berlin - Die Partei Die Linke erwägt nun doch ernsthaft, die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld als Bundespräsidenten-Gegenkandidatin zu Joachim Gauck aufzustellen. Der Büroleiter von Parteichefin Gesine Lötzsch, Klaus Singer, bestätigte dem Tagesspiegel, dass Lötzsch mit Klarsfeld telefoniert habe. Zunächst eigentlich, um Irritationen zu verhindern – denn ein Lob Lötzschs für Klarsfeld am Sonntag war mehr symbolisch und weniger als konkretes Angebot gemeint. Erst ein Bericht des Tagesspiegels vom Mittwoch hatte den Linken klargemacht, dass sich die in Frankreich lebende 73-Jährige eine Kandidatur vorstellen kann. Vor einer Spitzenrunde an diesem Donnerstag mit Parteivorstand, Fraktionsführung und Landeschefs ist nun aber „alles offen“, wie Singer sagte – einschließlich der Personalie Klarsfeld. Klarsfeld war bekannt geworden, als sie 1968 den damaligen Kanzler Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte und als „Nazi“ beschimpfte. m.m.

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